Scharf: Plastikmüll in der Umwelt reduzieren / Mikroskopisch kleiner Müll im Fokus

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Scharf: Plastikmüll in der Umwelt reduzieren / Mikroskopisch kleiner Müll im Fokus Ulrike Scharf - stmuv.bayern.de
(BUP) Bayern bleibt bei der Erforschung von Mikroplastik in der Umwelt weiter die treibende Kraft in Deutschland. Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München. "Wir müssen den Plastikmüll in unserer Umwelt weiter reduzieren. Jedes Plastikteilchen in der Umwelt ist eines zu viel. Wir nehmen auch den mikroskopisch kleinen Mini-Müll in den Fokus. Dazu werden wir die Forschung zu möglichen Umwelt- und Gesundheitsgefahren in den kommenden Jahren weiter intensivieren", so Scharf. Nach heutigem Kenntnisstand stellt sogenanntes sekundäres Mikroplastik die Haupteintragsquelle in die Umwelt dar. Dieses entsteht überwiegend aus unsachgemäß entsorgtem Plastikmüll, der unter anderem durch Verwitterung und die natürliche UV-Strahlung in immer kleinere Einzelteile zerfällt, die dann vom Wind in die Gewässer geweht werden. So kann beispielsweise allein der Deckel eines Coffee-to-go-Bechers in rund 2 Millionen kleine Plastikpartikel zerfallen. Die bayerischen Untersuchungen haben gezeigt, dass Mini-Müll auch in heimischen Gewässern vorkommt. An den bisher untersuchten Gewässern Altmühl, Inn, Isar und Donau wurde dabei eine geringe bis mittlere Belastung mit Mikroplastikpartikeln in einer Größenordnung von unter fünf Millimetern nachgewiesen. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass sich auch noch kleinere Mikroplastikpartikel mit einer Größe von unter einem Millimeter im Oberflächenwasser nachweisen lassen. Sie stellen sogar den Hauptanteil an Mikroplastik im Wasser dar.
 
Dementsprechend vielfältige Ansätze sind erforderlich, um den Eintrag von Plastikmüll in die Umwelt zu stoppen. "Wir setzen auf ein großes Bündnis aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. Information und Aufklärung spielen dabei eine zentrale Rolle. Jeder Einzelne kann sich beteiligen. Der Verzicht auf Plastiktüten ist ein erster wichtiger Schritt. Auch beim Thema Coffee-to-go sind große Fortschritte möglich. Mikroskopisch kleiner Plastikmüll ist ein deutschlandweites Thema. Jetzt ist es wichtig, die Bemühungen auf das gesamte Bundesgebiet auszuweiten", so Scharf weiter.
 
Die Untersuchung von Gewässerproben auf besonders kleine Mikroplastikpartikel in anderen Bundesländern ist noch nicht vollständig abgeschlossen, deshalb ist ein direkter Vergleich derzeit noch nicht möglich. Die Auswertung zeigt jedoch, dass Muscheln die besonders kleinen Mikroplastikpartikel aufnehmen und im Körper anreichern können. In reinem Wasser werden die Partikel aber auch wieder abgegeben. Bayern ist derzeit das einzige Land, in dem durch die Behörden systematische Studien zu Auswirkungen von Mikroplastik auf Gewässerlebewesen durchgeführt werden. Nun sollen die Untersuchungsmethoden für Mikroplastik weiter optimiert und standardisiert werden. Nur so lassen sich vergleichbare Ergebnisse gewinnen und die richtigen Schlüsse ziehen.
 
Bayern hat 2014 als erstes Land eine Mikroplastikinitiative gestartet. Im Umfang von rund 1,1 Millionen Euro forschen das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie das Landesamt für Umwelt (LfU) im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums. Das LfU untersucht dabei Eintragspfade, Vorkommen und Verteilung von Mikroplastikpartikeln in bayerischen Gewässern sowie möglichen Auswirkungen auf Gewässerlebewesen. Dabei kooperiert das LfU mit der Universität Bayreuth und der Technischen Universität München.
 
Quelle: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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