Hessische Landesregierung beschließt Bundesrats-Initiative zum Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus

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Hessische Landesregierung beschließt Bundesrats-Initiative zum Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus Priska Hinz - umweltministerium.hessen.de - HSTK - HMUKLV
(BUP) „Elefanten, Affen, Bären, Giraffen, Nilpferde oder auch Nashörner gehören nicht ins Zirkuszelt. Darum hat Hessen eine Bundesratsinitiative zum Haltungsverbot dieser Tiere im Zirkus eingebracht. Das hat das hessische Kabinett beschlossen“, freute sich Umweltministerin Priska Hinz über die Entscheidung der Landesregierung.

Die für Tierschutz zuständige Staatsministerin Hinz erklärte dazu: „Viele Zirkusse zeigen, dass eine gute Unterhaltung, gerade auch für Kinder, ohne Wildtiere geboten werden kann. Daher muss der Bund jetzt endlich handeln und eine Verordnung erlassen, die nicht artgerechte Wildtierhaltungen im Zirkus beendet. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass die bestehenden Regelungen zum Schutz von Tieren bei bestimmten Wildtierarten nicht greifen.“ Eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung unter den besonderen Bedingungen eines reisenden Zirkusunternehmens ist für Arten wie Elefanten, Bären, Giraffen oder auch Nilpferde praktisch nicht möglich.

Wildtiere werden durch ihr Leben in einem Zirkusunternehmen in ihrer Bewegung und sonstigen artgerechten Verhalten eingeschränkt. Dasselbe gilt für den häufigen Transport in engen Wagen und die Unterbringung in deutlich kleineren Gehegen als sie etwa für Zoos vorgeschrieben sind. Zudem muss ein Zirkus ausbruchssichere Gehege am Gastspielort gewährleisten, auch das ist in der Regel nicht realisierbar. „Der traurige Zwischenfall mit einem entlaufenen Elefanten, der 2015 eine Spaziergänger in Baden-Württemberg tötete, macht deutlich, warum jetzt nachhaltig und zielgerichtet gehandelt werden muss“ so Hinz.

Die Ministerin betonte zugleich: „Es geht uns nicht um einen tierfreien Zirkus! Viele, vor allem domestizierte Tierarten, lassen sich auch in mobilen Unternehmen artgerecht halten. Es geht aber darum, wissenschaftliche Erkenntnisse zu bestimmten Wildtierarten und langjährige Erfahrung in der Vollzugspraxis zeitgemäß zu bewerten und zu berücksichtigen. Diese muss der Bund endlich anerkennen.“ Während in anderen Ländern zukunftsorientierte Zirkusunternehmen aus guten Gründen und Einsicht inzwischen freiwillig etwa auf Elefanten verzichten, ist eine solche Entwicklung in Deutschland bedauerlicherweise bisher kaum zu erkennen.

Quelle: umwelt.hessen.de

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