Beate Schlupp: Klare Forderungen zum Umgang mit Wölfen aus betroffener Region

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Beate Schlupp: Klare Forderungen zum Umgang mit Wölfen aus betroffener Region Beate Schlupp - landtag-mv.de - CDU-Fraktion
(BUP) In Nachbereitung der Veranstaltung zur Ausbreitung des Wolfes in Niendorf an der Rögnitz, Landkreis Parchim Ludwigslust, erklärt die Artenschutzpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, dass es klare Forderungen der Betroffenen vor Ort zum Umgang mit den Wölfen gibt.

„Zu Recht forderten die circa 200 Teilnehmer der Veranstaltung, dass sie mit dem Thema nicht alleine gelassen werden. Schon jetzt gibt es in der mit vier Rudeln in unmittelbarer Nachbarschaft besonders betroffenen Region, erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensqualität.  Konkrete Forderungen wurden laut, hinsichtlich

1.  einer transparenten Bewertung der Entwicklung des Wolfsbestandes und der Rissvorfälle,
2.  der vollständigen Kostenübernahme für Präventionsmaßnahmen und Schadensausgleich,
3.  der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht und
4.  eines zielführenden, aktiven Wolfsmanagement.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass Untersuchungen des Rissgeschehens durch das Senckenberg Institut nicht öffentlich einsehbar sind. Während die Rechtsmedizin bereits mit geringsten DNA-Spuren Täter noch Jahre nach der Tat identifizieren kann, ist es bei der Untersuchung der Rissvorfälle angeblich nach 24 Stunden nicht mehr möglich, nachzuweisen, ob ein Wolf für den Riss verantwortlich ist. Mir ist ein Rätsel, wie die Identifizierung verhaltensauffälliger Wölfe auf dieser Basis möglich sein soll.

Immer wieder wird erklärt, dass sowohl Kosten für Präventionsmaßnahmen und der Ausgleich von Schäden übernommen werden. Da die Tierhalter allerdings nur die materiellen Kosten im Rahmen der Prävention (keine Arbeitserledigungskosten) erhalten und für getötete oder schwer verletzte Tiere nicht den Zuchtwert erstattet bekommen, besteht auch hier erheblicher Handlungsbedarf.

Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht ermöglicht den rechtssicheren Abschuss von verhaltensauffälligen Wölfen. Auf Grund einer ganzjährigen Schonzeit wäre damit keine generelle Jagd auf den Wolf möglich. Der aktuelle Wolfsmanagementplan der Landesregierung weist weder Ziele hinsichtlich der Bestandsgröße noch Maßnahmen zur Einschränkung der Bestandsentwicklung auf. Auf einer solchen Grundlage ist ein dringend notwendiges aktives Management allerdings nicht zu betreiben. Dazu gehören die Ausweisung von wolfsfreien Zonen, die Definition einer Bestandsobergrenze und einer Abschussquote. Bei dem derzeitigen Plan geht es wohl eher um die Beobachtung der Entwicklung.

Praxistauglicher scheint mir ein Mix aus den derzeit diskutierten Lösungsvorschlägen. Konkrete Vorschläge wurden von den Betroffenen aus der Region gemacht. Die Zeit, sich hinter bürokratischen Vorgaben der EU und des Bundes zu  verstecken, ist lange vorbei“, erklärt Schlupp abschließend.

Quelle: CDU-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern

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