Osterhasen-Bestand in MV seit 10 Jahren stabil – „Gradmesser für Artenvielfalt“

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Osterhasen-Bestand in MV seit 10 Jahren stabil – „Gradmesser für Artenvielfalt“ Till Backhaus - landtag-mv.de - SPD-Fraktion
(BUP) Im Frühjahr und Herbst werden in den Abendstunden durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer bundesweit Hasen gezählt – auch in Referenzgebieten in Mecklenburg-Vorpommern. Die aktuellen Auswertungen sprechen für sich: So ist der Feldhasenbestand in MV von 4,8 in 2014 auf 5,2 Hasen pro 100 ha Offenlandfläche in 2015 gestiegen. Damit bleibt der Feldhasenbestand seit 10 Jahren stabil (2005: 5,8 Hasen/ 100 ha Offenlandfläche). Die meisten Tiere wurden in der Schaalsee-Region (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und auf der Halbinsel Wittow/Rügen gesichtet.

„Der Feldhase ist ein wichtiger Gradmesser für die Artenvielfalt und die Naturnähe einer Kulturlandschaft. Leider ist sein Bestand seit vielen Jahren in ganz Europa rückläufig. In Deutschland wurde er bereits 1994 zur gefährdeten Art erklärt. Als Ursachen für den Populationseinbruch werden häufig die Veränderung der Landschaft und des Klimas sowie viele Fressfeinde angeführt. Umso mehr freue ich mich, dass wir in MV den Abwärtstrend der 90er Jahre aufhalten konnten. Laut Auswertung der Zählergebnisse leben in Mecklenburg-Vorpommern ca. 67.500 Feldhasen. Dies entspricht einem echten Osterhasen je 24 Einwohner. Vor allem die milden Winter der vergangenen 3 Jahre haben dazu geführt, dass es weniger Verluste bei den empfindlichen Junghasen gab und es so zu einer weiteren Stabilisierung der Bestände gekommen ist. Die Zahlen dürfen aber nicht den Blick darauf verschleiern, dass die Bestände bei uns im Land im Vergleich zu anderen Flächenländern noch immer sehr gering sind, die Bestandsentwicklung muss daher weiter aufmerksam verfolgt werden“, betont Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Der Minister weist darauf hin, dass sich Feldhasen insbesondere in klein strukturierten landwirtschaftlichen Flächen mit ausreichend Deckungsmöglichkeiten, wie Hecken oder Feldgehölze, ansiedeln. Optimale Bedingungen biete in MV insbesondere die Schaalsee-Region, in der über 20 Feldhasen pro 100 ha Offenlandfläche gezählt wurden. 15 bis 20 Tiere pro 100 ha Offenlandfläche wurden auf der Halbinsel Wittow auf Rügen unweit von Puttbus gesichtet. In den Referenzgebieten rund um Parchim, Bad Doberan sowie im Kreis Nordwestmecklenburg wurden bis zu 10 Hasen pro 100 ha Offenlandfläche ermittelt.

„Mit einer umweltgerechten Landwirtschaft, beispielsweise durch die Anlage von Blühstreifen, Feldgehölzen oder der extensiven Bewirtschaftung von Dauergrünland können wir unserer Kulturlandschaft mehr Struktur geben und weitere Lebensräume für den Feldhasen schaffen“, sagte Dr. Backhaus weiter. Insbesondere das ‚Greening‘ als Baustein der Flächenförderung im Rahmen der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) bilde eine wichtige Grundlage, um weitere Strukturelemente, wie Feldrand- und Waldrandstreifen, Brachflächen oder Pufferstreifen an Gewässern, in die Landschaft zu integrieren. In 2015 haben in MV ca. 2060 Landwirte mit rund 35.000 ha Fläche dieses Förderprogramm in Anspruch genommen.

Darüber hinaus biete MV im Rahmen der 2. Säule der GAP die Förderung von Strukturelementen in Form von Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen an. Förderfähig sind unter anderem die Anlage von Blühstreifen und -flächen, Schonstreifen an Alleen sowie Gewässer und Erosionsschutzstreifen – ideale Lebensräume für Feldhasen. In 2015 haben sich in MV ca. 430 Landwirte mit 1730 ha Fläche entschieden an diesem Förderprogramm teilzunehmen.

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) tummelten sich im Frühjahr 2015 bundesweit etwa 11 Mümmelmänner pro Quadratkilometer. Ausgewertet haben die Wissenschaftler Daten aus rund 450 Referenzgebieten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Hochrechnungen haben ergeben, dass in Deutschland derzeit rund 3 bis 3,5 Mio. Feldhasen leben.

Der Feldhase ist neben dem Ei das wichtigste Symbol des Frühlings, der Fruchtbarkeit und des Osterfestes. Nach der aufreibenden Paarungszeit im Januar und Februar kommen nun Ende März pünktlich zum Osterfest die ersten jungen Hasen zur Welt. Die Häsinnen bringen bis zu drei Mal im Jahr 2 bis 5 Junge zur Welt. Achtung: junge Einzelhasen nicht anfassen oder mitnehmen! Junge Hasen sind „Nestflüchter“, dass heißt, sie leben allein, aber nicht von der Mutter verlassen. Ein- bis zweimal pro Tag sucht die Häsin ihre Jungtiere zum Säugen auf. Die jungen Feldhasen verharren still in einer Mulde, bis sie bei Gefahr in letzter Minute abspringen. Die Stelle, auf der die Hasen gelegen haben, wurde oft als Platz der Eierablage - als „Osternest“ - interpretiert.

Quelle: regierung-mv.de

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