Kampagne für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln - Ries: Lebensmittelverschwendung auch auf Bundesebene den Kampf ansagen

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Kampagne für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln - Ries: Lebensmittelverschwendung auch auf Bundesebene den Kampf ansagen Isolde Ries - SPD-Landtagsfraktion - Peter Kerkrath
(BUP) Dass gleich eine große Aktionswoche auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam macht, freut Isolde Ries, verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Mit den Jahren sei die Wertschätzung für viele Lebensmittel verloren gegangen, auch durch die Industrie, wo Lebensmittel in ihrer Eigenschaft als Waren oft nur Durchlaufartikel und Werbeartikel sind. „Ein gutes handwerklich hergestelltes Brot oder die alte Apfelsorte weichen oftmals den industriell gefertigten Hightechsorten. Doch bei der Herstellung beginnt bereits die Wertschätzung für das Lebensmittel“, sagt Ries. Wenn man die Herstellung und das Produkt verstehe und wisse, wie lange man es aufbewahren und wie man Reste noch verwerten kann, dann wird der Umgang mit Lebensmitteln auch verantwortungsbewusster.

Einen wichtigen Anknüpfungspunkt sieht Ries beim Mindesthaltbarkeitsdatum. Sie setzt sich schon seit Jahren für eine Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums ein. „Das würde verhindern, dass zu viele Lebensmittel, die eigentlich noch genießbar sind, ungeöffnet im Müll landen.“ Als ersten Schritt fordert die SPD-Politikerin, dass Deutschland dem Beispiel der skandinavischen Ländern folgt. „Die skandinavischen Länder sind hier ein gutes Vorbild, wie man Lebensmittelverschwendung Einhalt gebieten kann. Dort findet sich auf Verpackungen gleichzeitig zum Mindesthaltbarkeitsdatum noch der Zusatz „aber noch verwendbar“. Dieser Zwischenschritt kann schon wesentlich zur Verbesserung beitragen.“

Für die Verbraucherexpertin gibt es noch einen weiteren Anknüpfungspunkt. Sie sieht die Industrie und den Handel in der Verantwortung, das Problem der Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Gleichzeitig erkennt sie aber auch eine positive Entwicklung: „Viele Märkte reagieren ja bereits und bieten Artikel zum reduzierten Preis an, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums liegen. So können Verbraucher selbst entscheiden, ob sie das Produkt kaufen, bevor es im Laden weggeworfen wird. Frankreich hat bereits im letzten Jahr reagiert und ein Gesetz erlassen, das Supermärkte verpflichtet, ihre Lebensmittel zu spenden, statt sie wegzuwerfen. Die neue Bundesregierung sollte hier nachziehen und Strategien erarbeiten, wie sie der Lebensmittelverschwendung in der Industrie den Kampf ansagen kann.“

Das Thema Lebensmittelverschwendung wird auch auf EU-Ebene diskutiert. Isolde Ries wird in der nächsten Woche in Nantes mit weiteren Mitgliedern des EU-Ausschuss der Regionen darüber debattieren und sich für eine gemeinsame Strategie auch auf EU-Ebene einsetzen.

Quelle: SPD-Fraktion im Landtag des Saarlandes

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