Dagmar Ensch-Engel: Internationales Forscherteam bestätigt: Infraschall ist ein Problem – Bessere Abstandsregelungen zwischen Windkraft-Anlagen und Wohnhäusern nötig

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Dagmar Ensch-Engel: Internationales Forscherteam bestätigt: Infraschall ist ein Problem – Bessere Abstandsregelungen zwischen Windkraft-Anlagen und Wohnhäusern nötig

(BUP) Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag sieht sich durch Untersuchungen der Physikalisch-Technischen Bundes-Anstalt in ihrer Forderung nach ausreichenden Abstandsregelungen zwischen Windkraft-Anlagen und Wohnhäusern bestätigt. Die Bundesanstalt kommt in einem internationalen Forschungsprojekt zum Ergebnis, dass der Mensch tiefere Töne wahrnimmt als bislang angenommen und bereits Töne ab acht Hertz zu messbaren Reaktionen im Gehirn führen – was von der Windenergie-Lobby und den anderen Landtagsfraktionen bisher immer bestritten wurde.

Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dagmar Ensch-Engel erklärt dazu: „Bisher wurden die Probleme und Sorgen der Anwohner von Windkraft-Konzernen und Regierenden immer abgewiegelt und lächerlich gemacht. Jetzt kommen international renommierte Forscher zu dem Ergebnis, dass es sich bei Infraschall durchaus um ein Problem handelt und es ‚auf jeden Fall noch weiteren Forschungsbedarf‘ gibt. Es wird Zeit, dass die Debatte um den weiteren Ausbau der Windkraft wieder sachlich und nicht mehr ideologisch geführt wird. Solange die Auswirkungen von Infraschall nicht gründlich erforscht sind, ist es aber verantwortungslos, Abstandsregelungen die in anderen Ländern Standard sind, zu verweigern. Zum Schutz der Saarländerinnen und Saarländer  ist eine 10-H-Regelung wie in Bayern nötig: Der Abstand zwischen Windkraft-Anlage und Wohnbebauung sollte das Zehnfache der Höhe einer Anlage betragen.“

Bild: pixabay.com

Martin Sommer
Stellvertretender Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE im Landtag des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Str. 7
66119 Saarbrücken
Tel.: (0681) 5002-410
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1 Kommentar

  • Simon Gee

    Die zitierte Arbeit betrifft nur die Wahrnehmung. Physiologische Wirkungen - z.B. auf den Hirnstamm, die äußeren Haarzellen der Cochlea und auf den Vestibularapparat finden sich nicht nur im Labor, sondern vor allem in der Realität (sehr lang andauernde Belastung) bereits bei 5Hz und darunter. Diese Effekte sind dabei keineswegs trivial: die permanente Stimulation der äußeren Haarzellen beschädigt recht schnell den Mechanismus der Dynamikanpassung des Ohrs, die Reizung des Hirnstammes führt zu Aufwachreaktionen und die Stimulation des Vestibularapparates stört die Regelmechanismen für Blutdruck und Puls - ein Thema, das dieses Jahr bei der Frühjahrstagung der ASA (Acoustical Society of America) präsentiert wurde.

    Dabei ist es wichtig hervorzuheben, dass nicht nur Windkraftanlagen diese Probleme verursachen. Alle tieffrequenten, frequenzstabilen Immissionen in den Wohnraum können o.g. Schädigungen hervorrufen: Blockheizkraftwerke, Biogasanlagen und Luft-Wärmepumpen fallen in jüngerer Zeit immer häufiger mit genau diesen Problemen auf, während der Gesetzgeber sich mit Händen und Füssen gegen Nachbesserungen beim Schutz vor tieffrequentem Schall wehrt.

    Simon Gee Donnerstag, 30. Juli 2015 15:16 Kommentar-Link

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