Pinka zum Weltbienentag: Nicht nur an Honig denken, sondern auch an die Potenziale der Bestäubung Anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai erklärt Dr. Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag: Die Anza

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Pinka zum Weltbienentag: Nicht nur an Honig denken, sondern auch an die Potenziale der Bestäubung   Anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai erklärt Dr. Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:  Die Anza Jana Pinka - jana-pinka.de - Thomas Kruse Photographisch
(BUP) Anlässlich des Weltbienentages erklärt Dr. Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag: Die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Honigbienenvölker hat sich von 1950 bis 1990 etwa halbiert und nochmals nach 1990 bis heute. Hobby-Imkerinnen und -Imker vor allem in Städten sorgen mit dafür, dass die Kulturtechnik der Bienenhaltung erhalten und weitergegeben wird. Wandernde Erwerbsimker tragen dazu bei, die in den ländlichen Räumen mutmaßlich geringer vertretenen Bienenvölker zur Bestäubung landwirtschaftlicher Kulturen zu verstärken.

Honigbienen, die ehemals im Wald lebten, werden heute meist wie Haustiere gehalten. Bienen, die es ohne Varroabekämpfung über den Winter schaffen, sind selten, wild lebende Honigbienen (nicht zu verwechseln mit den Wildbienen) sind die extreme Ausnahme.

Sinnvolle Zucht und eine breite genetische Ausstattung der Bienen könnte hier Abhilfe schaffen und robuste Honigbienen schaffen, die vielleicht nicht mehr ganz so viel Honig produzieren, aber dafür auch ohne menschliche Hilfe überleben können. Doch im „Gesetz zum Schutz von Belegstellen für Bienen im Freistaat Sachsen (Sächsisches Belegstellengesetz), Drs 6/12593 setzt die Staatsregierung auf „weiter wie bisher“ und verunmöglicht auch sinnvolle Zuchtanstrengungen. Für die Bienen gibt es keine Verbesserung und die Gräben zwischen den Imkern und Imkerverbänden bleiben weiterhin tief. Einseitige Orientierung auf die Honigbiene soll nun zum Überfluss auch noch gesetzlich geschützt werden.

Der Normenkontrollrat hat bereits unmissverständlich darauf hingewiesen, dass das bloße Einführen eines Ordnungswidrigkeitstatbestandes unzureichend als Legitimation eines Gesetzes wäre. Gesetze, die nicht erforderlich, oder nicht in der Lage sind, allen Betroffenengruppen annähernd gerecht zu werden, sind nicht zu erlassen. Ich fordere daher Staatsregierung und Koalition auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen oder grundsätzlich im Interesse der Honigbiene zu überarbeiten.

In der Kleinen Anfrage „Bestäubungspotenzial durch Honigbienen in Sachsen“ vom 09.05.2018, Drs 6/13405 frage ich danach, inwiefern in Sachsen die landwirtschaftlichen Kulturen noch von Bienen bestäubt werden können – die Antwort soll am 11. Juni vorliegen.

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

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