Schaper: Zunahme an Versuchstieren in Sachsen kritikwürdig – Tierversuche müssen weitgehend überflüssig gemacht werden

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Schaper: Zunahme an Versuchstieren in Sachsen kritikwürdig – Tierversuche müssen weitgehend überflüssig gemacht werden Susanne Schaper - linksfraktionsachsen.de
(BUP) Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche erklärt die tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Susanne Schaper: Am 24. April wird der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche begangen. Die jüngsten Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft von 2016 belegen, dass an rund 2,8 Millionen Tieren Versuche durchgeführt wurden. In Sachsen sind im selben Jahr rund 93.000 Tiere für Versuchszwecke verwendet worden, das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Tierversuche in den Jahren 2016 und 2017 in Sachsen“ (Landtagsdrucksache 6/12805) hervor. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 3.000 Tiere gestiegen (s.a. Kleine Anfrage „Tierversuche 2015 und 2016 in Sachsen“ (Parlaments-Drucksache 6/9298). Die Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor. Mehr als Dreiviertel der Versuchstiere im Freistaat waren Mäuse, gefolgt von Ratten, Fischen, Schweinen und Rindern. Erfreulicherweise waren keine Affen in der Datenliste zu finden, aber dafür 123 Kaninchen, 63 Goldhamster und acht Hunde.

Dabei liegen die Schwerpunkte bei den Tierversuchen in der Grundlagenforschung sowie der translationalen und angewandten Forschung. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen übertragen lassen. Doch ist das nicht unproblematisch. Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass Tierversuchsergebnisse nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind. Aus diesem Grund brauchen wir Alternativen. In Sachsen muss mehr getan werden, damit die Zahl der Versuchstiere nicht weiter zunimmt.

Deswegen wird auch eine weitere Kleine Anfrage folgen, um noch die Zahlen der Versuchstiere von 2017 zu erhalten. Es braucht mehr Transparenz bei den Tierversuchen und ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzvereine, -verbände und -stiftungen. Unsere Fraktion setzt sich dafür ein, dass Alternativmethoden zu den Tierversuchen entwickelt werden und Forschungsmittel noch stärker zugunsten der Unternehmen fließen, welche zum Beispiel schon Organchips nutzen, um in Zukunft weitgehend auf Tierversuche zu verzichten.

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

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