Ausschussberatung zum Ausbruch der Rinderseuche BHV1 in Thüringen / Roberto Kobelt: Höhere Haltungsstandards können Ausbreitung von Viren verhindern

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Ausschussberatung zum Ausbruch der Rinderseuche BHV1 in Thüringen / Roberto Kobelt: Höhere Haltungsstandards können Ausbreitung von Viren verhindern Roberto Kobelt - gruene-fraktion.thueringen.de - BÜNDNIS 90-DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen
(BUP) Zur heutigen Beratung im Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft zum Ausbruch der Rinderseuche BHV1 in Thüringen erklärt Roberto Kobelt, Ausschussmitglied für die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Wie der Virus BHV1 in einen Thüringer Betrieb gelangt ist, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Kurzfristig ist es jetzt besonders wichtig, dass sich das Virus nicht auf andere Betriebe ausbreitet und Thüringen der Status als BHV1-frei erhalten bleibt. Langfristig müssen wir alles dafür tun, um die Haltungsbedingungen zu verbessern, womit sich auch Ausbruch und Ausbreitung von Viren verringern lassen.“

Der sogenannte Rinder-Herpes-Virus verbreitet sich in Stresssituationen, wie zum Beispiel bei hohem Bestand auf wenig Raum oder bei hohem Leistungsdruck auf die Tiere, und ist nur ansteckend, wenn er ausgebrochen  ist.

„Wir Grüne fordern bessere Tierwohlstandards in der Rinderhaltung, nicht nur um des Tierschutzes Willen, sondern auch um Stresssituationen als Ursache zum Ausbruch von Viren zu verringern. Wir werden uns für höhere Tierschutzstandards durch mehr Platzangebote, Freilauf der Tiere, Verringerung der Milchleistung bei Erhöhung der Lebensdauer und Stärkung des Biostandards einsetzen und fordern, den Einsatz von Fördermitteln in der Tierhaltung auf diesen Bereich zu konzentrieren“, schließt Roberto Kobelt.

Quelle: gruene-fraktion.thueringen.de

1 Kommentar

  • Kalle Schmied

    Wann erkrankt ein Rind an BHV1?
    1. Es muß Kontakt mit dem Erreger haben. Dann bildet es Antikörper und gilt als BHV1-positiv. Das reicht für die Meldung BHV1-Ausbruch.
    2. Krankheitssymptome treten meistens nur bei gestreßten Tieren auf.
    Wann ist ein Rind gestreßt?
    - bei Krankheit
    - bei Kalbung
    - bei Brunst
    - beim Kennenlernen anderer Kühe
    Streß gehört zum Leben, man kann ihn reduzieren aber nicht verhindern.
    Wo ein BHV1-infiziertes Rind vorhanden ist, wird es andere Rinder infizieren, auf Biobetrieben ebenso wie in konventionellen Klein-oder Großbetrieben. Verhindern läßt sich das nur durch Impfung oder aber durch Schlachtung aller Virusträger. Also auch nicht erkrankte, aber potentiell ansteckende Kühe. Soviel zum Tierschutz.
    In Aachen gibt es eine BHV1-positive, gesunde Kuh, die als Reitkuh in Einzelhaltung lebt. Die Anordung zur Schlachtung dieser Kuh wurde gerade gerichtlich zurückgewiesen. Aber tausende Kühe in Thüringen sollen wegen BHV1 geschlachtet werden.
    BHV1 hat nichts mit Massentierhaltung zu tun. Die Bekämpfung erfolgt auch nicht aus Gründen
    des Tierschutzes, sondern weil sie den Handel mit lebenden Tieren erschwert. Die Politik muß entscheiden, was Vorrang hat:
    der erleichtete überregionale Handel und die Tötung tausender gesunder Rinder oder die Existenz der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe und ihrer tierischen und menschlichen Mitarbeiter.

    Kalle Schmied Samstag, 16. April 2016 22:59 Kommentar-Link

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