Düngegesetzgebung weiter verbessern - Wasser schützen! Olaf Müller: Bundesregierung hat Probleme auf die lange Bank geschoben

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Düngegesetzgebung weiter verbessern - Wasser schützen! Olaf Müller: Bundesregierung hat Probleme auf die lange Bank geschoben Olaf Müller - BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen
(BUP) Zur Verurteilung Deutschlands aufgrund der Verletzung der Nitratrichtlinie durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) erklärt Olaf Müller, Sprecher für Agrarpolitik der bündnisgrünen Fraktion:

„Die Bundesregierung hat jahrelang auf die Einflüsterungen der Agrarlobby aus Bauernverband und Union gehört und nichts getan, sondern die Probleme immer wieder auf die lange Bank geschoben. Die fachlichen Empfehlungen der Wissenschaft zur Verbesserung der Düngeregelungen wurden weitgehend ignoriert. Jetzt haben wir den Salat. Denn auch die neue Düngegesetzgebung reicht nicht aus, um das Grundwasser zu schützen.“, so Müller.

Das bestätigt auch ein aktuelles Gutachten zur Bewertung des überarbeiteten Düngerechts von Prof. Taube im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Hauptgrund für die Unwirksamkeit des neuen Düngerechts ist demnach die „weitgehende Missachtung aller agrar- und umweltwissenschaftlichen Fachempfehlungen“.

Laut Studie ermöglichen die neuen Regelungen, dass bei gleichen Ertragswerten mitunter mehr Dünger auf den Feldern ausgebracht wird als bisher. Auch lässt die neue Dünge-Verordnung weiterhin zu, dass die Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar selbst in ohnehin „gefährdeten Gebieten“ weiterhin überschritten wird.

Zudem benachteiligt die Düngeverordnung ökologische wirtschaftende Betriebe, so Müller: „Kompost und Festmist werden leider genauso behandelt wie Gülle, obwohl die Dünger völlig unterschiedlich wirken. Der Stickstoff aus der Gülle ist sehr leicht löslich, weshalb ein hoher Anteil von den Pflanzen nicht aufgenommen und in das Grundwasser ausgewaschen wird. Kompost und Festmist sorgen für Humus im Boden und geben den Nährstoff sehr langsam ab. Die Pflanzen können so die Nährstoffe nach und nach und komplett aufnehmen.

Das muss geändert werden, da aktuell bestraft wird, wer durch den Aufbau von Humus die Bodenfruchtbarkeit erhöht – und damit neben dem Gewässer- auch zum Klimaschutz beiträgt.“

Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen

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