Internationaler Tag der biologischen Vielfalt: Thüringen leistet wichtigen Beitrag zum Erhalt des Artenreichtums / Hohe Schrecke beherbergt 1.700 Käferarten, darunter 16 Urwaldreliktarten

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Internationaler Tag der biologischen Vielfalt: Thüringen leistet wichtigen Beitrag zum Erhalt des Artenreichtums / Hohe Schrecke beherbergt 1.700 Käferarten, darunter 16 Urwaldreliktarten Anja Siegesmund - anja-siegesmund.de
(BUP) Vor 25 Jahren trat das Übereinkommen über die biologische Vielfalt in Kraft. Darin haben sich die meisten Staaten der Erde, darunter auch Deutschland, zum Erhalt der biologischen Vielfalt bekannt. Thüringen sorgt mit vielen Maßnahmen für ihren Erhalt. Ein Instrument ist das europäische Schutzgebietsnetz „Natura 2000“, das in Thüringen rund 17 Prozent der Landesfläche umfasst. „Thüringen ist eine der artenreichsten Regionen in Deutschland. Für diese Naturschätze tragen wir eine besondere Verantwortung. Mit unserem dichten Netz aus Natura 2000-Stationen haben wir den Schutz neu organisiert und langfristig gesichert“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund. Auch das kleine Thüringer Mittelgebirge „Hohe Schrecke“ ist Teil dieses Netzes und einer der Naturräume, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Thüringen von besonders großer Bedeutung sind. Hier ist mit 1.700 nicht nur die Anzahl der insgesamt nachgewiesenen Käferarten überdurchschnittlich hoch. Allein hier leben 16 Urwaldreliktarten, mehr als irgendwo sonst in Thüringen.

Urwaldreliktarten sind höchst spezialisierte, totholzbewohnende Insektenarten, die nur in Gebieten vorkommen, in denen ununterbrochen Wald wuchs. Der besondere Strukturreichtum, die lange Waldtradition und der hohe Totholzanteil in den Wäldern der Hohen Schrecke sind ein Grund dafür, dass hier so viele Käferarten einen für sie geeigneten Lebensraum finden.

Einem besonders eindrucksvollen Exemplar der vielen waldbewohnenden Käferarten in Thüringen wird sich auch der diesjährige Thüringer Wandertag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt widmen. Am Sonntag, den 24. Juni 2018, ab 11 Uhr lädt die Natura 2000-Station Gotha/Ilm-Kreis mit ihren Partnern alle Naturinteressierten zum Hirschkäferfest ein. Hier locken Informationen und Aktivitäten rund um den Hirschkäfer nach Freudenthal bei Wandersleben. Umweltstaatssekretär Möller wird sich gemeinsam mit der Natura 2000-Station auf die abendliche Wandersuche nach dem eindrucksvollen Tier machen.

Hintergrund

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt erinnert daran, dass am 22. Mai 1992 in Nairobi Einigkeit über den Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt erzielt wurde.

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt ist gemessen an seinen Zielen, seiner Verbindlichkeit und der Anzahl seiner Vertragsparteien eines der umfassendsten und bedeutendsten internationalen Abkommen zum Schutz der Natur und der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen. Es trat vor 25 Jahren, am 29. Dezember 1993 in Kraft.

Die 193 Vertragsparteien, darunter Deutschland und die Europäische Union, haben sich mit der Unterzeichnung und Ratifizierung dieses Übereinkommens dazu verpflichtet, Maßnahmen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung der Bestandteile der biologischen Vielfalt und die gerechte Aufteilung der aus der Nutzung der genetischen Ressourcen resultierenden Vorteile zu ergreifen.

Quelle: tmuen.thueringen.de

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