Regine Müller (SPD): Ursache von Ferkeltötungen ist die Massentierhaltung - Verbraucher können etwas ändern

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(BUP) Die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Regine Müller hat die Ferkeltötungen in Deutschland scharf kritisiert. „Die kürzlich gezeigte ARD-Reportage über die Zustände in einigen deutschen Schweinemast- und Zuchtbetrieben hat zu Recht Abscheu und Empörung ausgelöst. Die überzähligen Ferkel kommen durch übergroße Würfe eigens hierfür gezüchteter Säue zustande, das alleine ist schon eine beklagenswerte Tatsache. In den Filmen ist zu sehen, wie schwächere Ferkel, die nicht die Mutterzitze erreichen können, ohne Weiteres an den Hinterläufen gepackt und totgeschlagen werden. Das hat mit der gesetzlich nur in Ausnahmefällen erlaubten Nottötung nichts zu tun", sagte Müller am Montag in Wiesbaden.

Von Tierschützern war mit versteckter Kamera aufgezeichnet worden, dass überzählige Ferkel auf brutale Weise getötet werden. Die Tiere, die den Schlag auf den Erdboden oder eine Kante überlebten, werden achtlos zu den verendeten Tieren in eine Tonne geworfen. Mit verwendbaren Ferkeln werde nicht minder grausam umgegangen. „Das Kastrieren männlicher Ferkel ohne jedwede Betäubung und das Kupieren der Schwänze scheinen in großen Zuchtbetrieben nicht die Ausnahme zu sein“, so die SPD-Politikerin. In hessischen Betrieben solle es angeblich solche Zustände nicht geben. „Die SPD Fraktion im Hessischen Landtag will das mit einer Anfrage an die Landesregierung klären“, sagte Müller.

Der unbarmherzige Preiskampf im Lebensmittelsektor und besonders auf dem Fleischmarkt ist für die SPD-Sprecherin Mitursache der Tiermisere. „Wenn ein Kilo Schweine-Steaks weniger als vier Euro kostet, muss man sich fragen, wie ein solcher Preis zustande kommt. Der Verbraucher hat es mit in der Hand, er kann entscheiden wo er welches Fleisch kauft. Fleisch von Schweinen, Rindern und Hühnern, das zu Dumpingpreisen über die Supermarkttheke geht, kann nicht auf anständige Weise produziert worden sein, das kann und muss jedem klar sein. Der Preiskampf der Märkte ist unerbittlich; am unbarmherzigsten gegenüber den Tieren. Das ist unerträglich und nicht akzeptabel“, so die SPD-Abgeordnete.

Wenn es zu solchen Exzessen, wie in den Reportagen gezeigt, komme, seien die Kontrollen in den Ställen und Mastbetrieben offensichtlich unzureichend. Das Tierschutzgesetz biete aber Möglichkeiten, Auswüchsen in den Zucht- und Mastbetrieben zu begegnen.

„Tierschutz hat in der landwirtschaftlichen Ausbildung kaum einen Stellenwert, kommunalisierte Veterinärämter sind personell überfordert, viele Verbraucher sind gegenüber den lange bekannten Tatsachen in der Massentierhaltung kritiklos und Produzenten und Handel führen einen regelrechten Preiskrieg. Das alles führt zu den beschriebenen unhaltbaren Zuständen in vielen Sparten der Tiermast. Das ist der Kreatur gegenüber unverantwortlich, im Endeffekt aber schaden wir Verbraucher uns selbst am meisten. Solange wir aus Lebensmittelskandalen keine wirksamen Konsequenzen ziehen, wird das Leid vieler Nutztiere andauern“, sagte Müller.

Mehtap Tekin
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