Tag des Artenschutzes 2017: Sorge um Artenrückgang bei heimischen Singvögeln

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Tag des Artenschutzes 2017: Sorge um Artenrückgang bei heimischen Singvögeln Ursula Hammann - gruene-hessen.de
(BUP) Anlässlich des Tags des Artenschutzes machen die GRÜNEN im Landtag auf den anhaltenden Rückgang der heimischen Singvögel aufmerksam. „In den vergangenen Wintermonaten konnte man in manchen Regionen nur wenige Vögel in den Gärten beobachten. Auch in den Wiesen und Feldern verschwinden immer mehr gefährdete Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz oder Braunkelchen. Das zeigt die aktuelle Rote Liste der Brutvogelarten in Hessen sehr deutlich. Dies betrachten wir GRÜNE mit großer Sorge“, so Ursula Hammann, Sprecherin für Naturschutz der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Ergebnisse der letzten bundesweiten Vogelzählung des NABU im Januar 2017 bestätigten diesen Eindruck. Demnach hatten die insgesamt 125.000 Teilnehmer 17 Prozent weniger Wintervögel als in den Vorjahren gezählt. „Es muss bundesweite Anreize für den Schutz der Artenvielfalt geben, besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen. In Hessen schützt das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) Bodenbrüter durch sogenannte Lerchenfenster im Feld, und fördert mit Blühstreifen oder auch Pufferzonen an Bächen die Insektenvielfalt. Auch der Ausbau des Ökolandbaus in Hessen leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.“

Besonders bei Vögeln, deren Hauptnahrungsquelle aus Insekten bestehe, sind rückgängige Tendenzen erkennbar. „In unserer Kulturlandschaft fehlt es noch immer an blühenden, insektenreichen Landschaften und damit an Nahrung für die Vögel. Wenn dieses Nahrungsangebot in der Landschaft fehlt, gerät ein gesamtes Natursystem ins Wanken“, so Hammann weiter. Auf diesen Umstand verweise auch eine Studie aus Nordrhein-Westfalen, bei der man an insgesamt 88 Standorten regelmäßig fliegende Insekten in Fallen gesammelt habe. Demnach sind die Bestände vom Jahr 1995 bis 2014 um 80 Prozent zurückgegangen. Eine Ursache dafür sei die intensive Landwirtschaft, deren Einsatz von Pestiziden zu einem starken Rückgang von Insekten und Bodenlebewesen führe.

Der „Tag des Artenschutzes“ wird jedes Jahr am 3. März begangen und geht auf das Jahr 1973 zurück, als das Washingtoner Artenschutzübereinkommen („CITES“) unterzeichnet wurde. Dazu Hammann: „Dieses Übereinkommen ist nach wie vor aktuell. Es zeigt den unschätzbaren Wert der Artenvielfalt und die noch immer notwendigen Anstrengungen, diese zu erhalten. Lebensräume wie extensive Wiesen, Feldraine und offene Landschaften dürfen nicht weiter verloren gehen, denn wir alle profitieren von der Artenvielfalt vor unserer Haustür.“

Quele: gruene-hessen.de/landtag

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