Pinka: Abwicklung bei Vattenfall? CDU hat die Einleitung eines Strukturwandels verschlafen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

(BUP) Zu möglichen Auswirkungen des Regierungswechsels in Schweden auf die Braunkohleverstromung in Sachsen erklärt Dr. Jana Pinka, Mitglied des Vorstandes der Fraktion DIE LINKE:
 
Zwei Drittel der Schweden haben sich vor der Wahl am vergangenen Sonntag für einen Rückzug ihres Staatskonzerns aus Deutschland und speziell aus der Lausitz ausgesprochen. Offen ist nun, wie das umweltbewegte Regierungsbündnis den „Ausstieg“ umsetzt. Wird das undurchsichtige Firmengewirr verkauft oder soll es auf andere Weise „abgewickelt“ werden? Beide Optionen verheißen für die Region kurzfristig kaum Gutes – weil Alternativen fehlen.
 
Zuletzt haben wir uns mit unserem Antrag „Forschungsprogramm für einen Strukturwandel in der Lausitz“ (Drucksache 5/14651) für ein Umdenken in der Lausitz ausgesprochen. Es ging uns dabei um einen breit kommunizierten, geplanten und von weiterreichenden Maßnahmen flankierten Ausstieg aus der Monostruktur Braunkohle. Die CDU hat es damals abgelehnt, sich inhaltlich damit zu befassen. Bei der Behandlung des Antrages im Landtag hatten die Grünen auf einen schnelleren Ausstieg gedrungen, die SPD allerdings rumgeeiert.
 
Hoffentlich machen sich die Schweden als „Partner der Region“ in unserem Sinne mehr Gedanken. DIE LINKE hat dazu eine Studie „Analyse des Forschungs- und Konzeptstandes zur zukünftigen Entwicklung der Lausitz mit und ohne Braunkohleausstiegspfad“ erstellen lassen. Die künftige sächsische Staatsregierung darf den Strukturwandel für die Lausitz nicht länger hinauszögern. Sie muss umgehend ein verbindliches Ausstiegsszenario aus der Braunkohleverstromung erarbeiten und mit den politisch Verantwortlichen in Schweden vereinbaren.
 
Hintergrund
Seit dem 1. Januar 2014 ist die Matrixorganisation der Vattenfall-Gruppe neu strukturiert. Der Konzern ist nun in zwei regionale Einheiten unterteilt: Business Region Nordic (Skandinavien) und Business Region Continental/UK (Kontinentaleuropa und Großbritannien). In Deutschland sind dabei u.a. aktiv: Vattenfall Energy Trading GmbH, Vattenfall Europe Resource Management GmbH, Vattenfall Europe New Energy GmbH, Vattenfall Europe Power Management GmbH, Vattenfall Europe Sales GmbH, Vattenfall Europe Information Services GmbH, Vattenfall Europe Netzservice GmbH, Vattenfall Europe Mining Aktiengesellschaft, Vattenfall Europe New Energy Ecopower GmbH, Vattenfall Europe Kundenservice GmbH, Vattenfall Europe Windkraft GmbH, Vattenfall Europe Generation AG – um nur einige zu nennen. Die Vattenfall Europe Generation AG (VE Generation) erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Verlust von 404,3 Mio. € (Vorjahr: Gewinn 764,2 Mio. €), der von der Vattenfall GmbH übernommen wurde, andere Sparten warfen auch Gewinn ab. Quelle: Unternehmensregister, Geschäftsbericht 2013
 
Kevin Reißig
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit | stv. Pressesprecher
Telefon |  +49 351 493-5871
E-Mail    |  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesUmweltPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.