Diese Seite drucken

Strategie für die Entwicklung des ökologischen Landbaus / Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß: Nach der Pflicht die Kür: Ökolandbau in Schleswig-Holstein weiter voranbringen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

(BUP) Diese Regierung hat bereits einiges bewegt, um den Ökolandbau in Schleswig-Holstein voranzubringen. Das ist gut so.

Sie hat den Fehler der alten Landesregierung korrigiert, die Förderung für bestehende Betriebe zu streichen. Ökolandbau wurde wieder als ein Leitbild der ländlichen Wirtschaftsentwicklung. Und sie hat dafür gesorgt, dass Schleswig-Holstein nicht mehr die rote Laterne unter den Bundesländern bei der Flächenförderung für den Ökolandbau hat. Unter der alten Landesregierung war der Ökolandbau ein Stiefkind. Sie hat die Fördersätze angehoben, zunächst noch im alten ELER-Programm, in 2013, und vor kurzem nochmals, für das neue ELER-Programm, dies greift dann ab 2015.

Soweit die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Unser Ziel heißt Wachstum bei Ökolandbau. Der Markt ist da, wesentliche Anteile der ökologisch erzeugten Lebensmittel werden importiert. Aber es ist und bleibt nicht einfach, die Fläche zu erhöhen.

Wir wollen mehr Biobetriebe, aufgrund der Impulse für eine boden- und gewässerschonendere Bewirtschaftung. Wir wollen mehr Biobetriebe, die durch weite Fruchtfolgen für Vielfalt auf dem Acker und für Bienen sorgen.

Und wir wollen mehr heimische Bioprodukte bei uns in den Supermärkten und auf den Märkten, mehr Biokost in Kitas, Schulen und öffentlichen Kantinen.

Wir wollen mehr handwerkliche Verarbeitung und regionale Vermarktung von Lebensmitteln als einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung im ländlichen Raum.

Dafür muss sich in vielen Bereichen etwas bewegen. Das Wachstum des Ökolandbaus ist kein Selbstläufer, auch nicht mit den erhöhten Fördersätzen. Diese decken oft nicht den wirtschaftlichen Minderertrag, den Ökobetriebe aufgrund ihrer Wirtschaftsweise gegenüber konventionellen Betrieben erzielen.

Wir wollen eine positive Entwicklung anschieben, aber nicht nur mit der Finanzspritze bzw. zusätzlicher einzelbetrieblicher Förderung. Denn dadurch erreicht man nur kurzzeitige Effekte, aber keine langfristige, nachhaltige Wirkung.

Darum haben wir Grüne uns auch schon in der letzten Wahlperiode intensiv Gedanken gemacht, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit der Ökolandbau ein günstiges Klima erhält, um sich zu entwickeln. Wir hatten damals als Grüne Fraktion in der Opposition ein Gutachten zur Zukunft des Ökolandbaus in Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben. Das wurde im April 2012 fertig gestellt und ist seitdem bei uns auf der Homepage erhältlich.

Ich habe damals gesagt, das Land braucht andere Rahmenbedingungen, sonst verspielt es die Chancen, die der Zukunftsmarkt Bio bietet. Wir brauchen einen breiten Ansatz: Vernetzung der AkteurInnen in der Kette Erzeugung-Verarbeitung-Vermarktung, mit den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung, Versuchswesen und praxisnahe Forschung, Allgemeinbildung.

Ich freue mich daher, dass das Ministerium jetzt aufbauend auf dem bereits vorliegenden Gutachten der Grünen Fraktion von 2012 eine Gesamtstrategie für den Ökolandbau gemeinsam mit den verschiedenen AkteurInnen entwickeln will und dazu auch bereits einen Auftrag erteilt hat.

Für uns stehen Ökolandbau und konventionelle Landwirtschaft nicht gegeneinander. Der Ökolandbau ist der Wegbereiter für eine insgesamt umweltgerechtere und tiergerechtere Landwirtschaft.
Der Weg kann und wird aber nicht sein, dass wir zurückkehren zu einer Landwirtschaft vergangener Jahrhunderte.

Die Verfahren, Stallsysteme, Sorten, Maschinen und Geräte etc. wurden zwischenzeitlich weiterentwickelt durch die Ökolandbaupioniere und müssen nach wie vor weiterentwickelt werden, damit sich dies verbreitet in der Landwirtschaft durchsetzen kann.

Mit der Förderung des Ökolandbaues werden in einem Maßnahmenschwerpunkt viele Umweltziele erreicht und es werden im Land viele Leuchttürme in der regionalen Wirtschaftsentwicklung gesetzt.

Ökolandbau zu entwickeln, heißt auch, von einer ölabhängigen Landwirtschaft zu einer solar getragenen Landwirtschaft zu kommen. Denn wenn die Ölvorräte knapp werden, wird ein Umsteuern zur Notwendigkeit. Es ist Zeit für eine Agrar- und Ernährungswende.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
im Schleswig-Holsteinischen Landtag
Claudia Jacob
Pressesprecherin
Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel
Tel.: 0431 / 988 – 1503
Fax: 0431 / 988 – 1501
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.sh.gruene.de

Das Neueste von Redaktion