Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke wirbt mit Urwaldflair auf Internationaler Grüner Woche in Berlin - Siegesmund: Thüringer Naturschätze bundesweit bekannt machen

Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke wirbt mit Urwaldflair auf Internationaler Grüner Woche in Berlin - Siegesmund: Thüringer Naturschätze bundesweit bekannt machen Anja Siegesmund - anja-siegesmund.de
(BUP) Mit Urwaldflair präsentiert sich das Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke  auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin. „Wir müssen Thüringens Naturschätze noch viel stärker in den Fokus rücken“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund anlässlich ihres morgigen Besuchs auf der IGW 2017 in Berlin. Die „Hohe Schrecke“ ist ein einmaliger Urwald, in dem Fledermäuse und viele andere Tiere seit Jahrhunderten heimisch sind. Also ein idealer Ort für Naturtourismus und naturnahe Regionalentwicklung“, so die Ministerin.

Im Rahmen eines Naturschutzgroßprojektes kann in der Hohen Schrecke der Natur-Wert des alten Waldes erhalten und zugleich für den sanften Tourismus erlebbar gemacht werden. Neben der Natur profitieren auch die Menschen vor Ort von dem Projekt. In der Hohen Schrecke sollen künftig 25 Prozent der Waldfläche als Wildnisflächen ohne Zutun des Menschen wachsen. Der übrige Wald wird naturverträglich genutzt. Ebenso ist vorgesehen, die um den Wald liegenden Steppenrasen und Streuobstwiesen zu erhalten und den naturnahen Tourismus durch die Anlage eines neuen Rad- und Wanderwegnetzes und die Anbindung an Wanderparkplätze sowie den öffentlichen Naheverkehr zu aktivieren. Außerdem sind regionale Vermarktungsinitiativen, z.B. für Obst, Wildbret und Holz sowie die Einrichtung einer 100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Region im Einklang mit dem Naturschutz vorgesehen.

Das Naturschutzgroßprojekt erhält 12 Mio. Euro Förderung  vom Bundesumweltministerium und dem TMUEN (Teil Naturschutz) sowie 1,25 Mio. Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium und dem TMIL (ergänzende Förderung Regionalentwicklung). Der Freistaat Thüringen trägt in beiden Fällen 15% der Kosten.

Im Rahmen der Förderung des naturnahen Tourismus werden seit Ende 2016 wesentliche Teile des Wanderwegenetzes hergerichtet. Ab Mai  2017 wird das neue Wegenetz nahezu vollständig zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund wurde 2016 begonnen, intensiv für einen Besuch der Hohen Schrecke zu werben - u.a. durch die Ausstellung Hohe Schrecke im Erfurter Hauptbahnhof und die Präsentation der Region auf der Internationalen Grünen Woche 2017 in Berlin.

Hintergrund: Die Hohe Schrecke ist ein national bedeutsames sehr naturnahes Waldgebiet mit einer in Deutschland einmalig hohen Fledermausdichte (alle in Thüringen vorkommenden Waldfledermausarten kommen in der Hohen Schrecke vor – und das in sehr hohen Populationsdichten). Auch eine Vielzahl von sehr seltenen Käfern konnten in der Hohen Schrecke nachgewiesen werden – allein 15 sogenannte „Urwaldrelikarten“ - ein Spitzenwert für Thüringen. „Urwaldreliktarten“ zeigen vor allem an, dass es hier über Jahrhunderte immer eine Waldtradition gegeben hat – hier also immer Bäume gestanden haben. Trotz ihrer nationalen Bedeutung ist die Hohe Schrecke bundesweit und auch in Thüringen nahezu unbekannt.

Quelle: tmuen.thueringen.de