Luchse

Luchse zählen zwar zur Unterfamilie der Kleinkatzen, für Europa und Deutschland ist der Eurasische Luchs (Lynx lynx) jedoch die größte freilebende Katze. Luchse bilden Reviere, die sie gegen Artgenossen mit allen Mitteln verteidigen. Die Reviergröße wird durch das Aufkommen von Beute und die landschaftliche Struktur bestimmt. Das Gebiet kann bis zu 400 Quadratkilometer groß sein. Laut den Angaben des Bundesamts für Naturschutz wurde im Jahr 2018 in Deutschland ein Bestand von 135 wildlebenden eurasischen Luchsen gezählt. 20 Weibchen erhielten im gleichen Jahr Nachwuchs. Neben den Wiederansiedelungsprojekten ist ein weiterer Zuwachs aus benachbarten Ländern erfolgt. Aufgrund illegaler Tötungen und den Gefahren durch den Straßenverkehr gilt der Bestand jedoch weiter als stark gefährdet. Problematisch für die Reviersuche ist die kontinuierliche Verringerung der benötigten Lebensräume. Ein Luchs ist ein Einzelgänger und kann bis zu 15 Jahre alt werden.

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Schneller Sprinter auf kurzen Strecken

Um Paarhufer und Kleinsäuger zu erlegen, erreicht er auf kurzen Distanzen eine Geschwindigkeit von circa 70 Kilometern. Die Jagd beginnt mit Auflauern oder Anschleichen und abschließendem Anspringen. Falls dazu vorher ein kurzer Spurt benötigt wird, beträgt die Länge in der Regel nicht mehr als 20 Meter. Seine Beute erledigt der Luchs mit seinem großen, kräftigen Kiefer durch einen gezielten Biss in die Kehle. Ein ausgewachsener Luchs benötigt täglich mindestens 1 Kilogramm Fleisch. Selbst bei der Jagd in höheren Schneelagen kann sich der Luchs mit seinen hohen Beinen und seinem dichten Fell schnell bewegen. Sein geflecktes Fell ist während der Sommermonate gelbbraun bis rötlich gefärbt. Im Winter zeigt sich sein Fell graubraun. Ein besonderes Merkmal stellen die überlangen Haarpinsel an den Ohrenspitzen dar. Ebenso typisch ist sein akzentvoller Backenbart.

Augen wie ein Luchs

Ein Luchs verfügt über ausgeprägte Sinne. Besonders durch sein exzellentes Hör- und Sehvermögen gelingt ihm ein Aufspüren von Beute aus größeren Entfernungen. Sogar im Dunkeln kann sich der Luchs hervorragend orientieren. Seine Augen sind sechsmal lichtempfindlicher als das menschliche Auge. Bei Menschen mit einem starken Sehvermögen heißt es im Volksmund daher: „Er hat Augen wie ein Luchs“. Mit seinem ähnlich hervorragenden Hörvermögen registriert der Luchs die Geräusche einer Maus in etwa 50 Meter Entfernung. Die Geräusche eines vorbeiziehenden Rehs kann er sogar noch aus einer Entfernung von 500 Meter wahrnehmen. Dabei dienen die Haarpinsel an seinen Ohren als Reflektor für Schallwellen. Im Februar und März ist die Paarungszeit (Ranzzeit). Nach etwa zweieinhalb Monaten werden zwei bis fünf Junge geboren. Sie werden fünf Monate gesäugt. Von den Jungluchsen überleben nur einer oder zwei das erste Jahr. Bis zum nächsten Frühjahr bleiben sie im Revier der Mutter.

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