Radikaler Protest, an dem sich die Geister scheiden: Seit Tagen befinden sich junge Menschen in Berlin in einem Hungerstreik fürs Klima. © Paul Zinken, dpa
Berlin – Unter dem Titel „Hungerstreik der letzten Generation“ hat eine Gruppe von Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten im Berliner Regierungsviertel eine radikale Protestform gewählt. Ihr Ziel: ein Gespräch mit den drei Spitzenkandidaten der anstehenden Bundestagswahl und mehr Umweltschutz.
"Wir sind jung, aber wir sind bereit, unser Leben zu riskieren", schreiben die Aktivisten auf Twitter. "Wir fordern ein sofortiges Gespräch mit Ihnen, den 3 Kanzlerkandidat*innen @ABaerbock, @OlafScholz und @ArminLaschet, über den Mord an der jungen Generation." Von den Adressaten hätte es bis Donnerstag, 2. September 2021, keine Rückmeldung gegeben, sagte die Sprecherin der Aktion, Hannah Lübbert, dem Berliner Kurier.

Die Aktivisten kampieren auf einer Wiese im Spreebogen in der Nähe des Reichstagsgebäudes. Seit Montag, 31. August, befinden sich die sieben jungen Menschen laut Berliner Kurier im unbefristeten Hungerstreik. Sie wollen mit der Aktion zwei Ziele erreichen, wie eine Sprecherin mitteilt: Neben dem Gespräch mit den drei Spitzenkandidaten bei der anstehenden Bundestagswahl wollen sie von den Politikern eine Zusage haben, dass mit der neuen Legislaturperiode ein Rat eingerichtet wird, in dem die künftige Klimapolitik festgelegt wird. Dieser solle der Politik Sofortmaßnahmen gegen die Erderwärmung vorgeben.
„Keines der Wahlprogramme der etablierten Parteien greift auch nur ansatzweise das auf, was notwendig ist, (…) um ein Überleben auf diesem Planeten zu ermöglichen“, sagte einer der Hungerstreikenden. Aus Sicht der Wissenschaft blieben nur noch drei Jahre Zeit, um gegenzusteuern. „Ich finde das sehr erschütternd“, resümierte der Biologiestudent. Vor dem Hungerstreik hätten die Teilnehmer vergeblich andere Protestformen gewählt, seien aber ignoriert worden.
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