Guido Finke
Ein Naturpool oder ein Schwimmteich im eigenen Garten – schon die Vorstellung ist für viele verlockend. Der Garten- und Landschaftsbau Torsten Spilker aus Großenmeer verrät, worauf Interessierte unbedingt achten sollten.
Jetzt im Frühling haben viele Menschen den Wunsch und sehnen sich nach einem Schwimmteich oder einen Naturpool im eigenen Garten. Welche Tipps haben Sie für Interessierte, die den Plan realisieren möchten?
Torsten Spilker: Zunächst einmal muss herausgefunden werden, was gewünscht wird. Denkbar wäre ein sogenannter Schwimmteich der Kategorie eins, also für Stillgewässer. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Naturpool (Fließgewässer) oder einen Biodesignpool – ein sogenannter Salzelektrolyte-Pool – zu bauen. Ein Biodesignpool vereint natürliche Formen und Gestaltungselemente mit moderner Pooltechnik.
Was sollte bei der Planung außerdem beachtet werden?
Torsten Spilker: Wenn man sich nicht mit einem Biofilm oder mit Tieren im Gewässer anfreunden kann, dann bleibt nur ein chemisch gereinigter Pool, zum Beispiel ein Biodesignpool. Zudem spielt die Größe des Grundstücks eine Rolle. Merke: Ein Schwimmteich nimmt eine größere Fläche ein als ein Natur- oder Biodesignpool. Und keine Anlage kommt ohne Pflege aus – je nachdem, welche Ansprüche der Kunde hat. Hinsichtlich der Wasserqualität ist das natürlich gereinigte Wasser sehr gut und durchweg klar, wenn sich die natürliche Wasseraufbereitung eingespielt hat.
In welchem Bereich des Gartens sollte das Projekt vorzugsweise realisiert werden?
Torsten Spilker: Die Badelandschaft sollte möglichst dicht an der Terrasse oder an einem Sitzplatz, wo man sich viel im Garten aufhält, eingerichtet werden. Der Erlebniswert ist dort am größten, und es sind nur ein paar Schritte bis ins kühle Nass. Bei der Gestaltung des Pools sind die unterschiedlichsten Maße und Formen möglich.
Ist derzeit eher der Schwimmteich oder Naturpool bei den Kunden gefragt?
Torsten Spilker: Es werden mehr Naturpools gebaut. Das kommt daher, weil die Grundstücke immer kleiner werden.
Welches Material kommt dabei zum Einsatz?
Torsten Spilker: Bei einem Naturpool wird Stahlbeton, Vlies, Schwimmteichfolie und ein spezielles Filtersubstrat benötigt. Als Zubehör müssen Pumpen, Edelstahlskimmer und bei Bedarf Wasserpflanzen eingeplant werden. Der Schwimmteich Kategorie eins wird teilweise ähnlich gebaut, jedoch ohne Filtersubstrat und Technik – dafür mit vielen Wasserpflanzen, Wasserpflanzensubstrat und Natursteinen.
Wie groß sollte der Garten mindestens sein, wenn ein Projekt angestrebt wird?
Torsten Spilker: Für einen Naturpool sollte er mindestens 100 Quadratmeter groß sein.
Mit welchen Kosten müssen Verbraucher bei einem Naturpool bzw. Schwimmteich rechnen?
Torsten Spilker: Je nach Größe und Aufwand muss man mit Kosten im fünfstelligen Bereich rechnen. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.
Teich oder Pool – wo liegen die größten Unterschiede?
Torsten Spilker: Der Naturpool ist überschaubar und lässt sich schneller und leichter reinigen. Die hauptsächliche Arbeit übernehmen der Poolroboter und der Skimmer. Im Naturpool hat man weniger Wassertiere und Pflanzen, er ist beheizbar, und gegebenenfalls kann eine Gegenstromanlage eingebaut werden. Das Beheizen ist jedoch nur mit einer Abdeckung sinnvoll.
Kann man einen Naturpool selber bauen oder sollten das stets Profis übernehmen?
Torsten Spilker: Wenn jemand sehr geschickt ist und sich intensiv mit der Materie beschäftigt hat, dann könnte er auch selbst einen Naturpool bauen. Das Endergebnis wird meistens nicht zufriedenstellend oder mit unserem Produkt vergleichbar sein. Pool for Nature, zu dem mein Betrieb gehört, ist eine Schwimmteichgenossenschaft mit über 50 Betrieben aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Wissen, das sich hier vereint, kann sich kaum ein Einzelner aneignen. Es wird regelmäßig Weiterbildung betrieben, und die Betriebe sind auf dem neusten Wissensstand.
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