Fernwärme

Fernwärme

Die Fernwärme liefert über Rohrsysteme Wärme und Warmwasser direkt in die angeschlossenen Gebäude. Die Fernwärme wird in Kraftwerken, kombiniert mit Kraft-Wärmekopplung, erzeugt. Wegen des geringe, aber unvermeidbaren Verlusts während des Transports ist der Einsatz dieser Systeme nur in urbanen Zentren sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Fernwärmesysteme

Für die Energieeffizienz ist die Verteilung der erzeugten Energie ein wichtiger Faktor. Ein Fernwärmesystem besteht aus den einspeisenden Kraftwerken, einem Grobverteilnetz und der Feinverteilung im Gebäude vor Ort. Fernwärmesysteme dominieren die Wärmeversorgung in Teilen Russlands und Skandinaviens. Die Länge der Leitungen liegt bei etwa 10 Kilometern, in Österreich gibt es bei St. Pölten ein System mit bis zu 31 Kilometern Leitungslänge. In Dänemark decken diese Systeme 50 % des Wärmebedarfs. In Russland wird häufig die gesamte Wärmeversorgung einer Stadt aus Fernsystemen betrieben. Grundsätzlich ist Fernwärme ein intelligentes System, weil die Emissionen dezentraler Energieerzeugung vermieden werden und in zentralen Kraftwerken Energie kostensparend und umweltschonend hergestellt werden kann.

Fernwärmeerzeuger

Es gibt heute Fernwärmenetze, die mit fossilen Brennstoffen, Müll oder Biomasse befeuert werden. Durch die gleichzeitig Erzeugung von Wärme und Kraft (Strom) kann die Effizienz erhöht werden. In Fernwärmesysteme können ebenfalls Wärme aus Solarzellen, aus Biomasse und andere Umweltwärme eingespeist werden. In Deutschland und Europa werden immer mehr mit erneuerbaren Energien betriebene Kraftwerke für die Fernwärme eingesetzt, die Verbrennung fossiler Brennstoffe geht zurück. So kann die Fernwärme einen positiven Beitrag zum Klimaschutz liefern. Effizient ist die Nutzung von in der Industrie anfallender Abwärme.

Fernwärme und Energiewende

Aus der Kraft-Wäre-Kopplung mittels erneuerbarer Energien gewonnene Fernwärme gilt als sehr effektives Mittel der Heizung in der Energiewende. Gerne wird sie bei energetischen Sanierungen oder Neubauten verbaut. Dabei werden Fotovoltaik auf Basis ihres jeweils antizyklischen Verhalts kombiniert für die Einspeisung in die Systeme genutzt. Wenn diese Energien im Dunkeln und bei Windstille nicht bereitstehen, wird die Kraft-Wärme-Kopplung im Kraftwerk verwendet. Insofern gelten Wind, Sonne und Kraft-Wärme-Kopplung als intelligentes Trio für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Moderne Fernwärmesysteme nutzen Wärmespeicher, um gespeicherte Wärme in Zeiten hohen Bedarfs abzugeben und bei niedrigem Bedarf zu speichern. Der Bau dieser Speicher gilt heute allerdings als wirtschaftlich noch schwierig.

Im Lausitzer Braunkohlerevier errichteten die Stadtwerke die größte Sonnenthermieanlage Deutschlands. So konnte erreicht werden, dass bereits ein Drittel aller im Fernwärmesystem genutzten Energien aus erneuerbaren Energien stammt, nachdem die Solarkollektoren durch Biogasanlagen und eine Kläranlage ergänzt wurden. Verschiedene Energien können flexibel in das Fernwärmenetz eingebunden werden, wodurch sich dieses als ausgezeichnetes Instrument bei der sich verändernden Energienutzung innerhalb der Energiewende erweist. Soweit in Fernwärmesystemen noch Kohleenergie eingesetzt wird, wird diese in den nächsten Jahren durch Brennstoffwechsel, Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Einkopplung von Abwärme in Fernwärmeinfrastrukturen ersetzt werden.

Zukunft der Wärmenetze

Für Umstellungen von Fernwärmesystemen, die auch fossile Energieträger nutzen, gibt es staatliche Fördermaßnahmen. Führend ist das Modellvorhaben Wärmenetz 4.0 der Bundesregierung. Das Projekt fördert innovative Wärmenetze in Nah- und Fernwärme mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien und Abwärme. Die Bundesregierung fördert Machbarkeitsstudien und bis zu 50 % der eigentlichen Maßnahmen. Das Programm richtet sich nicht an die Teilergänzung von Systemen, sondern nur an den Neuaufbau innovativer Fernwärmesysteme. Hier werden die Fernwärmenetze als zukunftsträchtige Bestandteile einer effizienten Verteilung von Energie gesehen.

So ist mit einem weiteren Ausbau der Wärme zu rechnen. In Düsseldorf und Bonn werden in den nächsten Jahren neue Fernwärmenetze errichtet. Dabei werden fortschrittliche Rohrleitungstechnologien eingesetzt, die für noch weniger Schwund während des Transports sorgen. Bedeutsam ist dabei die laufende Pflege der Rohrleitungssysteme, damit nicht zunehmender Schwund auftreten kann. So kann die Fernwärme ein wichtigstes Instrument sein, um bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen. Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden bietet sich der Fernwärmeanschluss an und wird zunehmend dort genutzt, wo entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen. Fernwärme macht es einfacher, bei der energetischen Sanierung Vorgaben der Förderprogramme hinsichtlich Emissionen und Effizienz einzuhalten.