Der Umweltschützer Wladimir Sliwjak ist ein bekannter Widerstandskämpfer gegen die Kohle- und Atomindustrie in Russland. Dafür erhielt er vergangene Woche den Alternativen Nobelpreis der Right-Livelihood-Stiftung.
Sein Leben ist geprägt vom ständigen Engagement für den Umweltschutz. Als Co-Vorsitzender und Mitbegründer der russischen Organisation Ecodefense! erreichte er unter anderem die Stilllegung eines Atomkraftwerkes in Litauen. Zusammen mit bulgarischen Aktivisten stoppte er den Transport abgebrannter Brennelemente nach Russland und machte in dem von ihm produzierten Dokumentarfilm auf die Zerstörungen der Landschaft und Gefährdungen für die Gesundheit im Kohlegebiet des Kusbass aufmerksam. Seinen hartnäckigen Kampf für den Umweltschutz setzte er auch nach fünf Strafverfahren von russischen Behörden und der Einstufung als ausländischer Agent fort.
Sliwjak und seine Organisation Ecodefense! konnten durch ihren Einsatz eine ganze Generation von Umweltschützern und Aktivisten in Russland aufbauen und prägen.
Durch die Auszeichnung erhofft Sliwjak sich, dass russische Aktivisten wieder mehr Aufmerksamkeit erhalten. Sie stünden auch weiterhin unter großem Druck der Regierung, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Der Preis wird dazu beitragen, dass die Stimmen lauter werden, die der Regierung sagen: Stoppen Sie die Kohleverbrennung, stoppen Sie den Bau gefährlicher Atomkraftwerke, stoppen Sie die Unterdrückung von Aktivisten.“
Die Right-Livelihood-Stiftung ist bekannt dafür, häufig diejenigen auszuzeichnen, die nicht im großen Rampenlicht stehen. Die Alternativen Nobelpreise gehen so oft nicht an Prominente, sondern an eher unbekannte Kämpfer für Menschenrechte, Klima und Umwelt. Sie eint nach Ansicht der Stiftung vor allem eines: Sie mobilisieren ganze Gemeinschaften zum Kampf für Menschenrechte und die Umwelt.
Neben Sliwjak haben in diesem Jahr Marthe Wandou, Freda Huson und die Legal Initiative for Forest and Environment (Life) den Preis für ihre jeweilige Mobilisierung für Frauen- und Mädchenrechte, den Klima- und Umweltschutz sowie die Rechte von Ureinwohnern erhalten.
(dpa)
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