Kaufbeuren scheint grün zu sein. Und doch ist es notwendig, die Bäume in der Stadt besser zu schützen. Dafür wurde ein Programm verlängert.
Bild: Mathias Wild (Archivfoto)
Kaufbeuren scheint grün zu sein. Und doch ist es notwendig, die Bäume in der Stadt besser zu schützen. Dafür wurde ein Programm verlängert.
Bild: Mathias Wild (Archivfoto)

Bäume prägen das Stadtbild, verbessern das Klima und die Lebensqualität. Sind sie stark beschädigt oder sehr krank, können sie allerdings zur Gefahr für Passanten, Rad- und Autofahrer werden. Und so kommt es zum Konflikt zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz. Auch in Kaufbeuren wird immer wieder über Sinn und Notwendigkeit gestritten, wenn Bäume gefällt werden.
Damit es möglichst gar nicht so weit kommt, brauchen alte Gehölze gute Pflege. Bürgerinnen und Bürgern, die in ihren privaten Gärten alten Baumbestand besitzen, werden von der Stadt mit bis zu 500 Euro je Grundstück und Jahr finanziell unterstützt. Die Richtlinie der Stadt Kaufbeuren zur Förderung der Erhaltung von Bäumen auf privaten Grundstücken im Stadtgebiet – kurz Baumförderprogramm – wurde im April 2020 eingeführt und sollte zunächst bis zum 31. Dezember 2021 laufen.
Die Stadt will damit Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Pflege und beim Erhalt großer Laubbäume unterstützen. Gleichzeitig werde so eine sachkundige Betreuung der Maßnahmen sichergestellt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Verwaltungsrat jetzt beschlossen, das Förderprogramm anschließend unbefristet weiterlaufen zu lassen. (Lesen Sie auch: Plakataktion in Kaufbeuren: Klimaschutz unterm Kirchturm)
Förderfähig sind Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Verkehrssicherheit großer und langlebiger Laubbäume und Eiben. Sie müssen von Fachleuten ausgeführt werden: etwa Kronenpflege und Kronensicherung, Totholzbeseitigung, Pflegemaßnahmen, um die Bäume gesund zu erhalten. Die Voraussetzungen dafür liegen beispielsweise vor, wenn ein Baum einen Meter über dem Boden einen Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern hat. Als langlebig gelten Baumarten, die im Regelfall mindestens 100 Jahre alt werden können.
Zuschüsse werden aber auch für Neupflanzungen gezahlt, wenn ein Baum so krank oder beschädigt ist, dass er nicht mehr erhalten werden kann. Grünen-Stadtrat Holger Jankovsky begrüßte in der Sitzung, dass die Förderungen weiterhin gewährt werden. Allerdings wies er darauf hin, dass viele Kaufbeurer gar nicht wüssten, dass es eine städtische Baumförderung gibt. „Die Stadtverwaltung sollte regelmäßig darauf hinweisen, etwa auch auf der Homepage oder in den sozialen Medien“, schlug Jankovsky vor. Da reiche eine einmalige Bekanntmachung im Amtsblatt seiner Ansicht nach nicht aus. (Lesen Sie auch: Wasserschutz in Bayern: Grüne fordern mehr als doppelt so viele Wasserschutzgebiete)
In der Laufzeit des ersten Baumförderprogramms von April 2020 bis September 2021 seien laut Finanzreferatsleiter Markus Pferner 15 Anträge eingereicht und davon 13 bewilligt worden. „Insgesamt haben wir 5001,70 Euro ausbezahlt. Lediglich zwei Anträge mussten abgelehnt werden, weil die Förderbedingungen nicht erfüllt waren“, berichtete Pferner.
Die Richtlinien und das Antragsformular zur Baumförderung können auf der Homepage der Stadt unter https://bit.ly/2XGgeXb heruntergeladen werden. (Lesen Sie auch: Windkraft in Bayern: SPD will 10H-Regel mit Verfassungsbeschwerde kippen)

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