Junge Feldhasen: Finger weg vom Nachwuchshäschen

Junge Feldhasen: Finger weg vom Nachwuchshäschen

Klein und niedlich kann man derzeit die ersten jungen Feldhasen in der freien Natur finden. Sie hocken in kleinen Erdmulden am Wegesrand oder Feldrand. Dabei entsteht oft der Eindruck, dass die jungen Hasen von ihrer Mutter verlassen wurden und auf menschliche Hilfe angewiesen sind. Doch das täuscht, die Häsin ist meist in der Nähe des Nachwuchses. Daher sollten junge Feldhasen auf keinen Fall gestört werden.

Feldhase ist ein Wildtier

Auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit besteht und besonders die Jungtiere sehr niedlich aussehen, ein Feldhase ist kein Kaninchen und eignet sich auf gar keinen Fall als Haustier. Immer wieder werden Jungtiere aus falscher Sorge um das Tier zum Tierarzt gebracht. Das bedeutet häufig das Todesurteil für den jungen Feldhasen. Denn einmal berührt und mitgenommen, überträgt sich der menschliche Geruch und die Häsin nimmt das Jungtier nicht mehr an. Eine Handaufzucht bei den Wildtieren mit der Flasche funktioniert so gut wie nie, junge Feldhasen können ohne ihre Mutter verhungern.

Feldhasen sind Wildtiere und somit auf das Leben und Überleben in der Natur eingestellt. Schnee, tiefe Temperaturen und wechselhaftes Wetter stören die Hasen nicht. Von Januar bis in den Frühsommer hinein wird der Hasennachwuchs geboren. Der Wurf besteht in der Regel aus drei bis fünf Jungen, die mit geöffneten Augen und Fell zur Welt kommen. Die jungen Feldhasen verbringen die ersten Wochen in einer flachen Erdmulde und dort zurückgelassen. Das Fell und der Eigengeruch passen sich an die Umgebung an, so dass sie gut geschützt und kaum zu sehen sind. Oft bemerkt man die kleinen Hasen daher erst, wenn man direkt vor ihnen steht. Mehrmals am Tag kommt die Häsin zum Säugen vorbei, ab der fünften Woche können sich die jungen Feldhasen weitestgehend selbstständig versorgen.

Das Auffinden und Entdecken der Jungtiere ist das größte Risiko für die kleinen Hasen. Neben den natürlichen Feinden wie den Fuchs, Bussard oder Raben sind dabei freilaufende Hunde ein großes Problem für den Hasennachwuchs. Wird die Häsin von diesen aus der Nähe ihrer Jungen vertrieben, sind die Überlebenschancen gering.

Eher selten findet man einen verletzten jungen Feldhasen. Hier ist eine Wildtierstation die erste Anlaufstelle. Wildtiere werden hier nicht nur artgerecht aufgezogen und gepflegt, sondern auch wieder in die freie Natur ausgewildert.