Dessau-Roßlau (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner, fordert nach der Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz konsequenten Klimaschutz. „Wer zurzeit im Westen des Landes aus dem Fenster schaut, sieht die dramatischen Folgen des Klimawandels“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
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„Die Richtung stimmt“, so Messner weiter. Das „Fit for 55“-Paket, dass die EU-Kommission am Mittwoch vorgelegt hat, mache Klimaschutz zum europäischen Zukunftsprojekt. „Positiv stimmt dabei insbesondere, dass in allen entscheidenden Handlungsfeldern Ziele mit umfassenden, konkreten Maßnahmen und Instrumenten hinterlegt werden“, sagte der Amtsleiter. „Vor allem für den Verkehr und Gebäudesektor brauchen wir diese Maßnahmen dringend.“ Die Kommission habe wichtige Bausteine für den Weg in ein klimaneutrales Europa vorgelegt, sagte Messner. Jetzt gehe es darum, einen Konsens unter den Mitgliedsstaaten herzustellen: „Deutschland muss dabei eine entscheidende Rolle spielen und im Sinne europäischer Solidarität handeln.“ Die Energieforscherin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, kritisiert die Klimapolitik in Nordrhein-Westfalen: „Die klimapolitische Bilanz in NRW ist mau, insbesondere da der Kohleausstieg zu spät kommt, Tagebaugebiete hätten früher geschlossen und Dörfer nicht abgebaggert und umgesiedelt werden müssen“, sagte die Ökonomin der „Rheinischen Post“. Die beschlossenen Klimaziele seien „unambitioniert und nicht kompatibel“ mit den Pariser Klimazielen. „Besonders sichtbar“ sei der unzureichende Klimaschutz am schleppenden Ausbau der erneuerbaren Energien in NRW, sagte Kemfert. Mit den pauschalen Abstandsregeln für Windenergie sei der Ausbau praktisch zum Erliegen gebracht, auch die Solarenergiepotenziale würden nicht genutzt. Bisherige Bau- und Infrastrukturplanungen berücksichtigten zu wenig extreme Klima- und Wetterereignisse, so Kempfert. Zudem sei der bisherige Hochwasserschutz unzureichend.
Weniger Bodenversiegelung sowie Kanalisierung von Flüssen, ausreichende Überflutungsflächen für den Hochwasserabfluss und mehr Deichschutz seien zur Risikovorsorge notwendig.
Foto: Umweltbundesamt, über dts Nachrichtenagentur
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