Grüne Investments: Oft mehr Schein als Sein

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Grüne Investments: Oft mehr Schein als Sein pixabay.com
(BUP) In Deutschland geht es den Anlegern nicht nur um den Gewinn, sondern auch darum, ob das Investment ökologisch, ethisch und sozial vertretbar ist. Folgt man jedoch einer Studie der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bremen, so muss nachhaltig nicht automatisch nachhaltig sein - von 44 „nachhaltigen“ Investmentfonds haben 39 angegeben, die klimaschädliche Öl- wie Kohleindustrie nicht auszuschließen.

Wie aussagekräftig kann ein Siegel sein?

Ende 2016 steckten im deutschsprachigen Raum 420 Milliarden Euro in nachhaltige Anlagen - ein Plus von 157 Milliarden Euro gegenüber 2015. Derzeit gibt es mehr als 400 „grüne Fonds“ - doch sind wirklich alle nachhaltig? Wer als Anleger in einen nachhaltigen Investmentfonds investieren will, der muss auf die Kennzeichnung achten. Hier gibt es etwa das Siegel vom Forum Nachhaltige Geldanlagen. Da es jedoch diverse Institute gibt, die unterschiedliche Ansätze verfolgen, sollte man einen Blick hinter die Kulissen werfen und überprüfen, welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit eine Kennzeichnung erfolgt.

Hohe Nachfrage hat auch schwarze Schafe angelockt

Ob Versicherung, Kreditkarte oder Fondsinvestment - wer das für sich beste Angebot finden will, der muss im Vorfeld einen Vergleich durchführen. Kann man über https://www.kreditkartekostenlos.de/ in Erfahrung bringen, welche Kreditkarte die attraktivsten Konditionen verspricht, so helfen mitunter Testberichte der Stiftung Warentest weiter, wenn es um die Frage geht, welche Fonds nachhaltig sind. „Natürlich ist die Frage, wann von einer nachhaltigen Geldanlage gesprochen werden kann, ausgesprochen philosophisch“, so Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

„Ab wann sind Dienstleistungen wie Produkte in die Kategorie verzichtbarer Luxus einzuordnen? Ist eine Niedriglohnarbeit in einem Entwicklungsland nachhaltig? Zudem stellt sich die Frage, wer am Ende überprüft, ob die Definitionen auch eingehalten werden“, so Nauhauser. Zahlreiche Anbieter verfahren etwa nach dem Best in Class-Ansatz, bei dem aus den diversen Branchen jene Unternehmen herausgepickt werden, die penibel genau auf soziale wie auch ökologische Kriterien achten. „Überspitzt gesagt bedeutet das, in dem Fonds kann ein Streubombenhersteller sein, weil er den geringsten CO2-Ausstoß hat“, so Christian Klein, Finanzwissenschaftler von der Universität Kassel.

Natürlich hat auch die hohe Nachfrage an nachhaltige Investments viele schwarze Schafe angelockt. Wird eine extrem hohe Rendite versprochen, so kann man davon ausgehen, dass das Investment extrem riskant oder mitunter sogar betrügerisch ist. Geht es also um Baumplantagen in Costa Rica oder um die Wiederaufforstung in Brasilien, wobei hier Renditen von über 10 Prozent in Aussicht gestellt werden, sollte man die Finger davon lassen.

EU plant verbindliche Mindeststandards

Es gibt keine verbindlichen Mindeststandards. Das soll sich, so die EU-Kommission, aber demnächst ändern. Dabei will man sich an den diversen Siegeln orientieren, wobei auch die Vergleiche der Stiftung Warentest herbeigezogen werden sollen. Derzeit kann, wenn man beispielsweise in Börsenindizes, die nachhaltige Investments abbilden, der sogenannte Natur-Aktien-Index der Börse Stuttgart empfohlen werden. Hier finden sich brasilianische Hersteller von Naturkosmetik, der US Elektroauto-Pionier Tesla oder auch eine japanische Bahngesellschaft. Eine weitere Möglichkeit stellt der Dow Jones Sustainability Index dar.

Ähnlich erfolgversprechend wie konventionelle Anlagen

Befasst man sich mit den Renditen der nachhaltigen Anlagen, so wird schnell klar, dass diese nicht zwangsläufig schlechter als bei konventionellen Geldanlagen sind. Doch sie sind auch nicht automatisch besser. Folgt man dem Untersuchungsergebnis der Ratingagentur Scope, so lagen ethisch unbedenkliche Fonds in den letzten drei Jahren um 0,5 Prozent vorne.

Quelle: Redaktion

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