Rekord zu Ostern: Bio- und Freilandeier boomen in Niedersachsen

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Rekord zu Ostern: Bio- und Freilandeier boomen in Niedersachsen pixabay.com
(BUP) Fast jedes zweite Bioei stammt aus Niedersachsen: 250.000 Bio-Legehennen mehr in einem Jahr - Minister Meyer fordert im Bundesrat Ausweitung der Kennzeichnungspflicht für Eier.

Nicht nur zu Ostern: Die Nachfrage nach Bio- und Freilandeiern wächst. Immer häufiger stammen diese Eier dabei aus Niedersachsen. Fast jedes zweite deutsche Bioei kommt mittlerweile von hier. Die Zahl der Bio-Legehennen wuchs in Niedersachsen allein von 2014 bis 2015 noch einmal um 250.000 oder 15 Prozent. Insgesamt hält erstmalig mehr als die Hälfte der niedersächsischen Legehennenbetriebe die Hühner in Bio- oder Freilandhaltung. „Immer mehr Betriebe stellen auf ökologische oder konventionelle Freilandhaltung um. Wir erleben einen Bioboom bei den Eiern. Ich freue mich über diesen eindeutigen und anhaltenden Trend zugunsten des Tierschutzes", sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer heute (Montag) bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen auf dem Biohof Rotermund-Hemme in Brelingen/Wedemark.

Seit Regierungsantritt von Rot-Grün stieg in Niedersachsen der Bestand an Öko-Legehennen von 1,45 auf 1,89 Millionen, ein Zuwachs um 30 Prozent. Die Zahl der konventionellen Freilandhühner wuchs sogar von 2,71 auf 3,76 Millionen (37 Prozent), während die Käfighaltung weiter auf 2,64 Millionen Hennen zurückging. Damit werden mittlerweile in Niedersachsen mehr als doppelt so viele Hühner mit Zugang zum Freien gehalten wie in der Käfighaltung, die ab 2025 verboten ist.

Deutschlandweit stammen schon 14 Prozent aller verkauften Eier aus Bioproduktion. Das Gute daran: Die Zuwächse der letzten Jahre in Niedersachsen resultieren nicht nur aus einem Grössenwachstum bisheriger Betriebe.

Minister Meyer: „Immer mehr Betriebe steigen auf Freilandhaltung mit mobilen Ställen und kleineren Einheiten um. Wir haben hier deshalb nicht nur mehr Hühner, sondern auch mehr Betriebe, also einen umgekehrten Strukturwandel." Die Zahl der Produktionsstätten mit Öko-Haltung stieg seit Ende 2012 um 30 Prozent auf 273. In der konventionellen Freilandhaltung sind es jetzt 371 Produktionsstätten und damit 32 Prozent mehr, hier kamen allein 2015 46 Betriebsstätten hinzu (+14 Prozent).

„In keinem anderen Agrar-Bereich haben wir diese erfreuliche Entwicklung", so Meyer. „Deutlich mehr Betriebsstätten mit freilaufenden Legehennen heißt mehr Wertschöpfung für den ländlichen Raum und mehr tierschutzgerechte Eierproduktion." Während die durchschnittliche Betriebsgröße bei den Öko-Haltern seit Jahren konstant bleibt, nahm sie zuletzt in der Freilandhaltung sogar ab. Die Durchschnittszahl der Legehennen pro Produktionsstätte beträgt jetzt im Schnitt in der Ökohaltung rund 6.900, in der Freilandhaltung 10.000, in der Bodenhaltung 19.000 und in der Käfighaltung etwa 33.000 Tiere.

Um den Umstieg auf Bio noch stärker zu fördern, werde Niedersachsen demnächst die Umstellungsprämien vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Kommission auf etwa 400 Euro pro Hektar erhöhen, kündigte Meyer an. Der Minister forderte, die Verbraucher müssten künftig auch bei verarbeiteten Eiern die Haltungsform besser erkennen können. „Während durch die Eierstempel mit 0, 1, 2 oder 3 bei den losen Eiern die Käfigeier fast vollständig aus den Läden verschwunden sind, erfahren die Verbraucher nichts über die Herkunft der Eier, die im Kuchen oder in den Nudeln stecken. Auch gefärbte Eier stammen häufig aus der Käfighaltung", so Meyer. Er begrüße daher die aktuelle Entschließung des Bundesrates, die den Bund auffordert, auch bei Verarbeitungsprodukten eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung für Eier einzuführen.

Der Biolandhof Rotermund-Hemme in Brelingen hält mittlerweile rund 3000 Legehennen mit viel Platz und Auslauf, zwei Drittel davon in Mobilställen. Die beweglichen Ställe ermöglichen einen schnellen Standortwechsel, so dass die Hennen im Auslauf immer ausreichend Grünfutter finden und die Belastung einer Fläche durch Kot begrenzt wird. Mobilställe haben sich zudem als besonders attraktiv in der Direktvermarktung ab Hof gezeigt. „Unsere Kunden können immer sehen, wo die Hühner gerade laufen und dass es ihnen gut geht", erläuterte der Betriebsinhaber Hermann Hemme.

„Die rot-grüne Landesregierung fördert die Mobilställe als besonders tierschutzgerechte Haltungsform", sagte Minister Meyer. So wurde die Mindestfördersumme beim Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) von 50.000 auf 20.000 Euro gesenkt. „Damit kommen jetzt auch kleinere Mobilställe in den Genuss eines Zuschusses von bis zu 40 Prozent an den Investitionskosten", so Meyer. Mittlerweile gibt es in Niedersachsen schon mehr als 120 mobile Legehennen-Ställe. Und: Seit Dezember 2015 erhalten Betriebe, die Legehennen ohne gekürzten Schnabel halten, die neue Tierwohlprämie von 1,70 pro Henne. Derzeit sind hier ca. 520.000 Hennen im Programm.

Zudem soll in Kürze die Niedersächsische Bauordnung (NBauO) dahingehend geändert werden, dass kleinere Hühnermobile baugenehmigungsfrei bleiben. Darauf haben sich das Landwirtschafts- und das Sozialministerium verständigt. „Wir erleichtern damit tierschutzgerechtes Bauen, denn die Nachfrage der Verbraucher nach den Produkten wächst", so der Minister. „Zusätzlich fördern wir bei der ökologischen Eierproduktion auch die Züchtung von Geflügelrassen, die den Ansprüchen dieser Haltungsform besonders gut entsprechen", sagte Minister Meyer beim Rundgang auf dem Biohof. Derzeit würden in Niedersachsen zwei Vorhaben der Ökologischen Tierzucht (ÖTZ) mit einem sechsstelligen Betrag unterstützt.
 
Quelle: ml.niedersachsen.de

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