Umweltministerium startet Kampagne gegen das Insektensterben / Kein Sommer ohne Summen! Flower Power für Wildbiene, Hummel und Co.

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Umweltministerium startet Kampagne gegen das Insektensterben / Kein Sommer ohne Summen! Flower Power für Wildbiene, Hummel und Co. Olaf Lies - olaf-lies.de - Thiemo Jentsch
(BUP) Pünktlich zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt hat das Niedersächsische Umweltministerium heute eine Kampagne gegen das Insektensterben gestartet. Unter dem Motto „Kein Sommer ohne Summen! Flower Power für Wildbiene, Hummel und Co." stellte Umweltminister Olaf Lies Einzelheiten der Kampagne vor. Aufbauend auf der Niedersächsischen Naturschutzstrategie soll ein Aktionsprogramm zur Förderung der Insektenvielfalt entwickelt werden. Dies fasst landesweite Handlungsansätze und Förderprogramme (wie u.a. das Blühstreifenprogramm) unter einem Dach zusammen. Es ergänzt die bereits vorliegenden Aktionsprogramme `Niedersächsische Moorlandschaften´ und `Niedersächsische Gewässerlandschaften´. Die Aktionsprogramme sind wesentliche Bausteine zur Umsetzung der Schwerpunktziele der Niedersächsischen Naturschutzstrategie. Der Tag der biologischen Vielfalt ist zudem Auftakt für ein Sofortprogramm zur Rückgewinnung und Entwicklung öffentlicher Wegraine als Lebens- und Rückzugsraum für Insekten.

Minister Olaf Lies: „Insekten haben eine Schlüsselfunktion in natürlichen Nahrungsketten. Sie sind Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von anderen Artengruppen wie zum Beispiel Fische, Amphibien, Fledermäuse und auch Wiesenvögel. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Insekten drastisch reduziert. Allein in Deutschland gelten mehr als die Hälfte der fast 600 Wildbienenarten als gefährdet. Die Auswirkungen auf das Ökosystem sind gravierend. Mit dem Aktionsprogramm und unserer Kampagne wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Vielfalt der Insekten zu fördern. Intakte blühende Wegstreifen und Feldränder können für heimische Tiere und Insekten Nahrungsquelle, Wohn- und Nistplatz, Schutz und Rückzugsraum sein. In den letzten Jahrzehnten sind viele dieser natürlichen Blühstreifen jedoch verschwunden. Unser Ziel ist es, verloren gegangene Wegeraine zurückzugewinnen und die Entwicklung dieser besonderen Landschafts- und Naturräume für Pflanzen und Insekten zu fördern. Dafür möchten wir Kommunen und andere Akteure gewinnen."

Gleichzeitig kündigte Lies ein umfangreiches Insektenmonitoring an. Die Erkenntnisse wären dann Grundlage für die Entwicklung und nachhaltige Umsetzung eines niedersächsischen Handlungskonzeptes gegen das Insektensterben und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Ursachen für das Insektensterben seien vielfältig, betonte Lies. Neben veränderten Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft wirkten sich vor allem Faktoren wie Lichtverschmutzung und der Verlust des Lebensraums durch Versiegelung negativ auf die Insektenvielfalt aus.

Umweltminister Olaf Lies: „Wir dürfen nicht länger die Augen verschließen. Insekten verlieren Lebensraum und Nahrungsquellen. Der Einsatz von Pestiziden muss reduziert werden. Es ist gut, dass die EU-Kommission erst kürzlich die Verwendung von drei besonders umstrittenen Neonikotinoiden im Freiland verboten hat."
 
Hintergrund:
Biologische Vielfalt: Mit seinen vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften, einer großen Zahl von Lebensraumtypen und einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt weist Niedersachsen eine außerordentlich hohe biologische Vielfalt auf. Über 30.000 wild lebende Tierarten, rund 2.000 wild wachsende Farn- und Blütenpflanzen und über 4.600 Arten aus der Gruppe der Moose, Flechten, Großpilze und Armleuchteralgen kommen in Niedersachsen vor. Für eine ganze Reihe von Arten, Lebensräumen und Landschaften hat Niedersachsen im internationalen, europäischen oder nationalen Kontext eine besondere Verantwortung. Die biologische Vielfalt ist jedoch in hohem Maße gefährdet. Deutlich wird dies insbesondere auch am Insektensterben.

Insekten: In Deutschland leben über 33.000 Insektenarten, das sind etwa 70 Prozent der Tierartenvielfalt. Insekten besiedeln die verschiedensten Lebensräume. Verschiedene Studien zeigen einen dramatischen Rückgang von bis zu 80 Prozent der Insektenbiomasse. Diese Studien zeigen auch eine außerordentliche Veränderung der Artenzusammensetzung. Insekten sind von zentraler Bedeutung für die Ökosystem. Nicht zuletzt bilden gerade Insekten die Nahrungsgrundlage besonders für Vögel und Fledermäuse. Rund 85 Prozent der 2.000 bis 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Schmetterlinge, Fliegen und Wildbienen als Bestäuber angewiesen. Insekten sind maßgeblich an der Bodenbildung und Fruchtbarkeit des Bodens beteiligt. Ein Großteil des gesamten Lebensmittelsortiments ist von der Leistung von Bienen und vielen anderen Insektenarten abhängig.
 
Quelle: Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

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