Tagungshotels und Eventlocations

„Baden-Württemberg schießt den Vogel ab“ / Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie in Deutschland mangelhaft

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

(BUP) In einem Brief an die Europäische Kommission hat die Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT. darauf hingewiesen, dass europäische Vorgaben beim Vogelschutz in Deutschland nicht beachtet und unterlaufen werden. Anlass ist die öffentliche Konsultation, die die europäische Kommission derzeit durchführt, um sich über den „Fitnesszustand“ der Umsetzung der Vogelschutz-Richtlinie sowie der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie in den Mitgliedsländern zu informieren. Als Hauptursache für die mangelhafte Umsetzung der europäischen Vorgaben in Deutschland benennt die Bundesinitiative im Brief an Umwelt-kommissar Karmenu Vella den ungehemmten Ausbau der Windkraft in Deutschland, der auf Natur- und Vogelschutz keine Rücksicht nimmt.

Die Bundesinitiative, die sich für die Berücksichtigung technischer, ökonomischer und ökologischer Zusammenhänge in der Energiepolitik einsetzt, macht dies insbesondere an der Umsetzung des sogenannten Helgoländer Papiers fest. Gerade das grün-rot regierte Baden-Württemberg missachte berechtigte Belange des Vogelschutzes. „Baden-Württemberg schießt den Vogel ab“, kommentiert Dr. Friedrich Buer, Ökologie-Sprecher des Vereins.

Im April 2015 haben die Länderarbeitsgemeinschaften der Vogelschutzwarten in Deutschland das Helgoländer Papier verabschiedet. Darin fordern die Ornithologen für die zu schützenden Vogelarten größere Mindestabstände  zwischen den Horsten und Windenergieanlagen. Für Rotmilane wird ein Mindestabstand von 1500 Metern und ein Prüfbereich für die lokalen Rotmilanvorkommen von 4000 Metern für unabdingbar gehalten. Umweltminister in Süddeutschland, allen voran das Bundesland Baden-Württemberg, weigern sich jedoch, die Erkenntnisse und Empfehlungen der Vogelkundler zur Kenntnis zu nehmen und wollen partout einen Mindestabstand von nur 1000 Metern beibehalten. Laut VERNUNFTKRAFT. haben die Ornithologen den Mindestabstand aus gutem Grund erhöht. Die Anzahl der getöteten Rotmilane habe in den letzten beiden Jahren zugenommen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass pro Windkraftanlage in einem Jahr mit einem getöteten Rotmilan zu rechnen ist. Jedes weitere Windrad gefährdet den Bestand des Rotmilans, für den Deutschland als Hauptvorkommensgebiet in Europa besondere Verantwortung trägt.

Quelle: vernunftkraft.de

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesUmweltPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.