200 Tiere in Gerlinger Kleintierzuchtanlage verbrannt: PETA stellt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart

(BUP) Kein Entkommen: Bei einem Brand in Anlagen eines Gerlinger Kleintierzuchtvereins starben vergangenen Freitag 80 Hasen und insgesamt 120 Hühner und Tauben – die Tiere konnten nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig evakuiert werden. PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt. Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Brandschutz in Tierställen nach heutigem Wissen und Stand der Technik völlig unzureichend ist. So steht in diesem Fall der nächste zur Rettung der Tiere nötige Wasserhydrant über einen Kilometer von der Tierhaltungs-Anlage entfernt. PETA bemängelt, dass vielfach Bestimmungen zum Brandschutz fehlen, die die Rettung aller Tiere im Notfall sicherstellen sollen. Auch die Hasen und Vögel in Gerlingen fielen dem Feuer aufgrund unzureichender Brandschutzregelungen zum Opfer. Solche Brände sind kein Einzelfall, immer wieder entflammen Stallanlagen. Dadurch sterben jährlich tausende von Tieren einen qualvollen Tod – der zumeist hätte verhindert werden könnte.
 
„Brandschutzvorrichtungen für Tierhaltungsanlagen scheinen sich immer noch nicht durchgesetzt zu haben; immer wieder klagen beispielsweise Feuerwehrleute vertraulich gegenüber PETA darüber, dass Hydranten zu weit von den Anlagen entfernt liegen und so den Tieren nicht geholfen werden kann“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechtsabteilung bei PETA Deutschland e.V. „Wenn viele Tiere in einem Stall untergebracht sind, ist es außerdem schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten – dieses Risiko wird bei bestehenden Anlagen oder Neubauten billigend in Kauf genommen. Die Verantwortlichen müssen bestraft werden.“
 
Seit Jahren fordert PETA angesichts des Staatsziels Tierschutz in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland identische Brandschutzbestimmungen für Menschen und Tiere.
 
Für die Tierhalter sind Tiere ein reines Produktionsgut. Verbrennen oder ersticken sie in einem Stall, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet. In der Tierhalteindustrie bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Egal ob Hase oder Vogel: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden allein anhand ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. In der Regel züchten Zuchtvereine für tierquälerische Leistungsschauen. Auf diesen Veranstaltungen müssen die Tiere nach dem für sie stressigen Transport in viel zu kleinen Schaukäfigen stundenlang verharren und sich begutachten lassen. Für die stressempfindlichen Lebewesen eine Qual.
 
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Quelle: peta.de