Gewehrkugel trifft Kinderbett in Rockenhausen: PETA fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

(BUP) Gefährlicher Fehlschuss: Am späten Mittwochabend durchschlug eine Gewehrkugel den Rollladen und Fensterrahmen eines Hauses in Rockenhausen. Der Schuss traf ein Kinderbett, in dem ein sieben Monate altes Mädchen lag – glücklicherweise blieb der Säugling unverletzt. Die Polizei ermittelt. Laut Medienberichten wurde der Schuss von einem Jäger abgegeben. Derzeit wird geprüft, ob der Mann gegen die Jagdvorschriften verstoßen hat. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Jagdunfälle fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben hunderttausenden Tieren, denen erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.

„Der aktuelle Fall in Rockenhausen zeigt wieder einmal: Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen, das sich in der Nähe aufhält – ob Mensch oder Tier“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jährlich ereignen sich dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Die Hobbyjagd muss verboten werden.“

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich in dem betreffenden Gebiet die Population der Wildschweine erhöht. Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.

Quelle: peta.de