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Letzter Menschenaffe in einem deutschen Zirkus in mangelhafter Haltung / PETA fordert Behörden in Kassel auf, Robby aus dem Circus Belly zu retten

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(BUP) Ab Freitag gastiert Circus Belly mit dem Schimpansen Robby in Kassel. Der 39-jährige Schimpanse – der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus – wird bei Circus Belly nach Auffassung von PETA Deutschland e.V. unter tierquälerischen Bedingungen gehalten. Daher fordert die Tierrechtsorganisation von dem zuständigen Veterinäramt Kassel Robbys Herausnahme aus dem Zirkusbetrieb und die Überstellung an die renommierte Schimpansenauffang- und Rehabilitationseinrichtung AAP in den Niederlanden, wo ein Platz für ihn bereit steht.

Recherchen von PETA haben ergeben, dass das Gehege von Robby viel zu klein ist und es kaum Kletter- oder Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Laut den offiziellen Leitlinien, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit Experten erstellt wurden, muss ein Schimpansengehege insgesamt mindestens 400 Quadratmeter groß sein – bei Circus Belly wird nur ein Bruchteil davon erreicht. Die Schimpansen-Experten von AAP haben Circus Belly bereits schriftlich gebeten, Robby abzugeben, weil es für das Tier nach vielen Jahren voller Qualen und Entbehrungen im Zirkusbetrieb die beste Möglichkeit ist, sein Wohlergehen zu sichern.

„Es ist rücksichtslose Tierquälerei, einem intelligenten Schimpansen jahrelang alles vorzuenthalten, was für ihn wichtig und natürlich ist. Und das nur für ein paar Minuten ‚Unterhaltung‘ der Zirkusbesucher“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Circus Belly beteuert immer wieder, das Tier gehöre angeblich zur Familie. Aber wer würde ein Familienmitglied einsam und bei Wind und Wetter in einen viel zu kleinen Käfig sperren?“

PETA appelliert zudem in einer Online-Petition an das Heimat-Veterinäramt des Zirkus, Landkreis Celle, Robby aus den entsetzlichen Verhältnissen zu befreien. Auch nach einem Leben im Zirkus ist die Überführung in die Auffang- und Rehabilitationseinrichtung in den Niederlanden im besten Interesse von Robby und seine einzige Chance, seit langer Zeit wieder ein Schimpanse sein zu dürfen. Obwohl Menschenaffen gemäß Zirkusleitlinien nicht im Zirkus gehalten werden dürfen und der Betrieb die Mindestanforderungen dauerhaft und erheblich unterschreitet, verweigert das zuständige Veterinäramt des Landkreises Celle die Umsetzung der klaren Vorgaben.

PETA fordert ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, weil die Haltungsbedingungen nicht annähernd die Bedürfnisse der Tiere erfüllen. Verhaltensstörungen, verkürzte Lebensdauer und eine gewaltsame Dressur mit Peitsche und Ketten sind die Markenzeichen der Wildtierhaltung im Zirkus.

Quelle: peta.de

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