Verstoßenes Orang-Utan-Baby im Zoo Berlin – PETA macht katastrophale Affenhaltung für Ablehnung durch Mutter verantwortlich

(BUP) Am vergangenen Montag kam im Berliner Zoo ein weibliches Orang-Utan-Baby zur Welt und wurde sogleich von seiner Mutter Djasinga verstoßen. Jetzt soll das Affenkind von Tierpflegern aufgezogen werden. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. führt die Ablehnung des Babys auf völlig unzureichende Haltungsbedingungen zurück. In der Natur sind Orang-Utans Einzelgänger – in der Berliner Gruppenhaltung in stark veralteten Betonbauten lebend, können die Tiere kein natürliches Sozial- und Aufzuchtverhalten erlernen. Eine artgerechte Haltung ist in Gefangenschaft nicht möglich und Verhaltensstörungen sowie die Ablehnung des eigenen Nachwuchses sind häufig vorprogrammiert. PETA fordert daher ein Import- und Nachzuchtverbot für Menschenaffen in zoologischen Einrichtungen, damit die Haltung mittelfristig ausläuft.

„Die Orang-Utans im Berliner Zoo sind nur ein trauriger Schatten ihrer stolzen Artgenossen in der Natur“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Menschenaffen-Mütter verstoßen ihre Kinder in ihrem natürlichen Lebensraum so gut wie nie – in Zoos geschieht dies häufig.“

Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans sind dem Menschen derart ähnlich, dass sie renommierten Primatologen wie Professor Dr. Volker Sommer zufolge die Ausweglosigkeit ihrer Situation in Gefangenschaft erkennen. Dabei können die intelligenten Tiere laut Sommer durchaus Zustände wie Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben.

Orang-Utans sind in den tropischen Wäldern von Sumatra und Borneo heimisch. Artenschutzorganisationen in Indonesien könnten allein mit einem Bruchteil der finanziellen Mittel, die deutschen Zoos für die nutzlose Haltung und Zucht von Orang-Utans zur Verfügung stehen, die letzten natürlichen Lebensräume der Tiere schützen. Auf Sumatra und in Borneo werden jedoch die wenigen noch frei lebenden Menschenaffen für ein paar Dollar verdrängt und getötet, weil kein Geld für nachhaltigen Schutz vorhanden ist. PETA fordert, die Zoo-Subventionen, die mit einem Haltungsverbot in Deutschland frei würden, in den Schutz der Lebensräume der Orang-Utans zu investieren.

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Quelle: peta.de