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Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger hat heute den Waldzustandsbericht 2014 vorgestellt. Die Waldschutzüberwachung und die jährliche Waldzustandserhebung sind Teil eines Monitorings

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(BUP) „Der Waldzustand ist trotz der der massiven Ausbreitung von Schadinsekten in den letzten zwei Jahren gut“, zieht Vogelsänger das Fazit des aktuellen Berichts: „Durch die flächendeckende Überwachung der Schadinsekten werden Massenvermehrungen rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen können eingeleitet werden.“

Der jährliche Waldzustandsbericht gibt Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand und die Vitalität der Waldbäume. Die Vitalität wird neben biotischen Schadfaktoren aber auch erheblich vom Witterungsverlauf beeinflusst. Die gezielte Bekämpfung der Schadinsekten und die feuchte Witterung haben eine Verschlechterung des Waldzustands verhindert. So mussten in diesem Jahr der Eichenprozessionsspinner auf rund 1.360 Hektar und die Kiefernschadinsekten auf 10.400 Hektar bekämpft werden. Anders als in der Lieberoser Heide, wo auf Grund von bundesbehördlichen Auflagen keine Behandlung im Frühjahr erfolgen konnte, kam es zu keinen großflächigen Waldschäden.

Die Daten der Waldzustandserfassung werden vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde seit 1991 erfasst und ausgewertet. Die Vitalität der Bäume spiegelt sich insbesondere im Zustand der Kronen wider. Aber auch andere Parameter wie die Intensität biotischer Schäden, Absterberate oder Fruktifikation werden seit einigen Jahren erfasst. Diese Parameter werden mit den deutlichen Schäden in einem Kronenzustandsindex dokumentiert und ausgewertet. Die Angabe erfolgt auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (gefährdet). Neben den bisher bekannten Schadstufen ermöglicht der Kronenzustandsindex eine wesentlich bessere Einschätzung des Gesundheitszustands des Waldes. Der Index liegt in 2014 bei 2,1 und präsentiert damit ein positives Bild.

47 Prozent der Waldflächen in Brandenburg sind ohne sichtbare Schäden. Das sind sechs Prozent weniger als im letzten Jahr. Keine Veränderung gab es bei den deutlichen Schäden (zehn Prozent).

Das Gesamtergebnis wird durch den Kronenzustand der Kiefer in Brandenburg dominiert. Durch die Massenvermehrung der Kiefernschadinsekten sind gegenwärtig nur 48 Prozent der Kiefern ohne Schäden. Das sind 15 Prozent weniger als noch 2012. Solange kein Kahlfraß oder sogar mehrmaliger Kahlfraß auftritt ist das Ergebnis kein Grund zur Besorgnis, da die Kiefer über ein hohes Regenerationsvermögen verfügt. Dagegen weisen nur acht Prozent aller Kiefernkronen deutliche Schäden auf.

Erfreuliche Entwicklungen gibt es bei den Laubbäumen. Der Zustand der Eichen ist weiterhin nicht zufriedenstellend, hat sich aber weiter verbessert. Die deutlichen Schäden haben sich gegenüber 2012 halbiert und liegen in diesem Jahr bei 19 Prozent. Dieser Wert wurde letztmalig im Jahr 2000 erreicht. Der Anteil ohne Schäden liegt jetzt bei 32 Prozent und ist damit drei Mal so hoch wie noch 2012. Für die Buche sind auf Grund der geringen Anzahl in der Stichprobe nur eingeschränkte Aussagen möglich. Es kann auch hier von einer auffälligen Erholung gesprochen werden. 2011 waren 33 Prozent der Buchen stark geschädigt. 2014 beträgt der Anteil deutlicher Schäden nur noch sechs Prozent.

Der Waldzustandsbericht ist über die Internetseite des Brandenburger Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft online verfügbar: www.mlul.brandenburg.de – Forsten

Quelle: mlul.brandenburg.de

1 Kommentar

  • PD Dr. Werner Kratz

    Ich habe als NGO Vertreter vom NABU Brandenburg an der PK teilgenommen.
    Neben den sehr positiven Bekundungen durch den zuständigen Minister Vogelsänger (SPD) gab es auch wichtige Aussagen vom Wissenschaftler Kätzel, LFE Eberwalde.
    Keine Entwarnung gibt es bei den Gefahren durch die hohen Stickstoffeinträge und die hohen Kohlendioxidkonzentrationen !
    Nachfragen der wenigen Pressevertreter (BILD, MOZ/FF, RBB) bezogen sich auf die Stickstoffproblematik (Massentierhaltung, Landwirtschaftsdünger..) und die CO2-Problematik.
    Warum macht Min bei dem derzeitigen Stand der Erkenntnis nichts gegen die Ammoniakemissionen aus der Massentierhaltung u den Braunkohleabbau ?

    Antwort Min/Kätzel: Ja wir haben ein N Problem aber schauen sie nach Niedersachsen da ist alles viel schlimmer !

    Hr. Kätzel argumentiert mit einem Projekt zur Nachhaltigen Landnutzung in dem die Wirkung von Ammoniak auf die Baumphysiologie untersucht wird. Er führt Probleme (Reduktion der Frostresistenz …) an, die durch erhöhte N Einträge ausgelöst werden können.

    Auch nimmt er Stellung zur EPS Bekämpfung mit der Begründung, dass die Eiche viel Kohlenstoff im Sommerhalbjahr akkumulieren muß damit sie über den Winter kommt wo sie keine Photosynthese betreiben kann.

    PD Dr. Werner Kratz Sonntag, 21. Dezember 2014 06:54 Kommentar-Link

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