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Ergebnisse der ersten Brandenburger Waldinventur: Viele Kiefern und viele kleine Waldbesitzer

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(BUP) Forstminister Jörg Vogelsänger hat heute die Ergebnisse der 1. landesweiten Waldinventur im Kabinett vorgestellt: Erstmals liegen für den gesamten Wald in Brandenburg belastbare Daten unter anderen zu Waldfläche, Baumart und Holzvorrat sowie zu den Eigentumsverhältnissen und zum Wildverbiss vor. Minister Vogelsänger erläuterte: „Nur wer Zustand und Wert des Waldes kennt, kann die richtigen Entscheidungen treffen. Dabei ist nicht nur der wirtschaftliche Wert, sondern auch die Qualität des Waldes als Erholungsraum für den Menschen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen wichtig.“ Mit 1,1 Millionen Hektar gehört Brandenburg zu den waldreichsten deutschen Bundesländern.

Brandenburg hatte 2012 zusätzlich zur alle 10 Jahre stattfindenden Bundeswaldinventur erstmalig auch eine landesweite Waldinventur durchgeführt. Um für die Landesebene belastbare Zahlen zu bekommen, wurde das Stichprobennetz der Bundeswaldinventur von 4 x 4 km auf 2 x 2 km verdichtet und die Aufnahmeintensität erhöht. Von März 2012 bis November 2013 waren 12 Inventurtrupps des Landesbetriebes Forst in Wäldern unterwegs und haben die Daten von zirka 300.000 Bäumen erfasst. Gemessen wurden die Höhe und Dicke von Bäumen. Darüber hinaus wurden die Baumarten festgestellt, die Verjüngung sowie das sogenannte Totholz aufgenommen. Die Erhebungen erfolgten an 11.263 Punkten, die fachlich korrekt Waldtraktecken heißen. Die Daten wurden anschließend von Mitarbeitern des Thünen-Institutes des Bundes aufbereitet und ausgewertet. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für forstpolitische und –fachliche Entscheidungen des Landes und werden darüber hinaus als Gradmesser für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes benötigt.

Waldreiches Brandenburg

Mit 37,5 % gehört Brandenburg zu den fünf Bundesländern mit dem größten Waldanteil an der Landesfläche. Der Waldanteil ist im Süden Brandenburgs mit 43 % am größten und in der Mitte und im Norden mit 34 % bzw. 38 % etwas geringer. Auf jeden Brandenburger kommen rund 4.500 m² Waldfläche. Trotz großer Inanspruchnahme von Waldflächen für Infrastrukturmaßnahmen und Braunkohletagebaue haben Aufforstungsmaßnahmen dafür gesorgt, dass die Waldfläche sich nicht verringert.

Wald in Brandenburg überwiegend in privater Hand

Knapp zwei Drittel sind Privatwald. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 48 %. Der private Waldbesitzer hat damit für den Wald in Brandenburg eine große Verantwortung. Eine effektive Bewirtschaftung wird oft durch den kleinteiligen Waldbesitz erschwert. 40 % des privaten Waldbesitzes ist kleiner 20 ha. Das Land unterstützt die Waldbesitzer mit Fördermitteln sowie Rat und Anleitung. In den letzten 25 Jahren wurden rund 180 Mio. Euro Fördermittel für den Waldumbau, den vorbeugenden Waldbrandschutz und für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse der Waldbesitzer ausgereicht. 32 % des Waldes ist in öffentlicher Hand von Land und Bund. Der Kommunalwald hat nur einen Anteil von 7 %.

Brandenburg ist Kiefernland

Brandenburg ist das Kiefernland Nummer 1:31 % der Kiefernfläche Deutschlands befindet sich in Brandenburg. Mit 70 % nehmen Kiefern mit Abstand die größte Fläche ein. 7 % sind Eiche und 3 % Buche. Die restlichen 20 % verteilen sich auf andere Laub-und Nadelbaumarten. Aber auch in der Baumartenverteilung gibt es regionale Unterschiede. Während in Nordbrandenburg der Laubholzanteil mit 30 % am höchsten ist, beträgt der Anteil in Südbrandenburg nur 19 %. Drei Viertel aller Buchenbestände Brandenburgs befinden sich im Norden des Landes.

Waldumbau ist weiterhin wichtig

Insgesamt liegt der Laubholzanteil bei 26 %. Anders sieht es schon bei der nachfolgenden Generation aus. Bei den jungen Bäumen bis 20 Jahren sind bereits 54 % der Waldfläche mit Laubbäumen bestockt. Das Generationenprogramm „Waldumbau“ zeigt erste Erfolge, wird aber noch viele Jahre in Anspruch nehmen. In den großen Kieferngebieten besteht eine hohe Gefährdung durch Waldbrand und Insektenkalamitäten. Am Waldumbau geht deshalb kein Weg vorbei.

Waldverjüngung ist durch Wildverbiss erschwert

Durch den Wildverbiss an den jungen Bäumen ist die Verjüngung des Waldes oft gefährdet. Fast die Hälfte (44,6 %) der jungen Pflanzen sind  urch Verbiss geschädigt. Brandenburg nimmt damit einen Spitzenplatz im Bundesvergleich ein. Insbesondere die für den Waldumbau wichtigen Laubbaumarten sind stark gefährdet. Abhilfe konnte in der Vergangenheit bisher nur ein Zaun schaffen. Rund 4 % (40.500 ha) waren zum Zeitpunkt der Erhebung gezäunt.

Holzvorräte im Bundesvergleich niedrig

Wie viel Holz im Wald wächst, ist in erster Linie von den natürlichen Gegebenheiten wie Boden und Niederschlag abhängig. Die Waldböden in Brandburg sind durch arme Sandstandorte geprägt, die kaum Wasser speichern können. Brandenburg zählt mit mittleren Niederschlägen, die großflächig unter 600 mm liegen zu den trockensten Gebieten in Deutschland. Aber auch von der Baumart und vom Alter der Bäume ist der Holzvorrat abhängig. Die höchsten Holzvorräte pro Hektar verzeichnen die Buchenflächen mit 372 m³. Dagegen haben die Kiefernflächen im Durchschnitt nur 287 m³ pro Hektar. Im Bundesvergleich nimmt Brandenburg mit 272 m³ pro Hektar das Schlusslicht ein.

Quelle: mlul.brandenburg.de

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