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Rot-rote Agrarpolitik: Haltbarkeit ist lange abgelaufen

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Rot-rote Agrarpolitik: Haltbarkeit ist lange abgelaufen Clemens Rostock - gruene-brandenburg.de
(BUP) Zum heute im Vorfeld der Grünen Woche herausgebenden Fleischatlas Deutschland Regional 2016 erklärt der Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen Clemens Rostock:

„Woidke und Vogelsänger werden sich auf der Grünen Woche wieder einmal feiern lassen für ihre Agrarpolitik, deren Haltbarkeit lange abgelaufen ist. Statt die Förderpraxis für Landwirte an den Bedürfnissen von VerbraucherInnen auszurichten, sorgt sich die Brandenburger SPD nur um Großbetriebe. Statt aber auf den Weltmarkt zu setzen, wäre eine Konzentration auf die regionale Nachfrage vonnöten.

Der heute veröffentlichte Fleischatlas der Heinrich-Boell-Stiftung unterlegt erneut: In Brandenburg sterben die kleinen Höfe aus. Gleichzeitig steigen die Bestandszahlen der Nutztiere weiter nach oben, wegen immer neuer Megaställe. Bei den Betriebsgrößen nimmt Brandenburg sogar traurige Spitzenplätze ein. Die Regierungskoalition holt Großinvestoren ins Land in der Hoffnung auf neue Arbeitsplätze. Die Erweiterung der Schweinemast in Haßleben um 36.000 Tiere soll aber gerademal zehn Arbeitsplätze schaffen. Wer sowas als Erfolg verbucht, ist nicht bei Trost.

Dabei gibt es Alternativen für die Brandenburger Bauern. Gerade im Biobereich wird die Nachfrage aus Berlin und Brandenburg durch Importe aus anderen Landesteilen gedeckt. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen heute bewusst ein und schlucken nicht alles, was man ihnen auftischt. Die Haltung der Tiere in der Landwirtschaft ist für viele Menschen ebenso entscheidend wie die Qualität der Erzeugnisse.

Andere Länder haben diese Trendwende längst aufgegriffen. In Brandenburg braucht es erst den geballten Zorn der Bürgerinnen und Bürger, der im Volksbegehren gegen Massentierhaltung mündete. Egal wie das Volksbegehren am Donnerstag ausgeht, die Brandenburger SPD muss ihre Agrarpolitik grundlegend überdenken. Wenn sie sich weiter dem Verbraucherwillen verschließt, hat das gravierende Folgen. Nicht nur wäre das Vertrauen der BürgerInnen in Politik erschüttert, auch die Umwelt, die Tiere und AnwohnerInnen von Großstallanlagen müssten weiter unter den Folgen der industrialisierten Landwirtschaft leiden.

Auch ist es dringend notwendig, dass die SPD-Spitze nicht alle als Querulanten begreift, die sich für ihre demokratischen Rechte stark machen, egal ob im Gemeinderat oder bei direkter Demokratie. Statt die Anliegen ernst zu nehmen, werden sie teilweise als absurd oder lächerlich dargestellt. Soviel Arroganz verdient einen Denkzettel.“

Quelle: gruene-brandenburg.de

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