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Waldbrandbilanz 2015: Viele Brände, aber relativ wenig Schäden

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(BUP) In Brandenburgs Wäldern hat es im Jahr 2015 insgesamt 312 Waldbrände gegeben. Fast dreimal soviel wie im Jahr zuvor. Es brannte auf einer Waldfläche von 321 Hektar, das entspricht der Fläche von etwa 440 Fußballfeldern. Brandenburg hatte damit bundesweit die meisten Waldbrände zu verzeichnen.

Auch wenn 312 Waldbrände registriert werden mussten, so ist der Schaden relativ gering geblieben. Von den insgesamt 321 Hektar verbranntem Wald sind allein auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog bei zwei Waldbränden rund 200 Hektar den Flammen erneut zum Opfer gefallen. Die durchschnittliche Brandfläche konnte bei allen anderen Bränden im Land eher gering gehalten werden.

Waldbrände insbesondere im Frühjahr und im Hochsommer

Bereits bis Ende April waren die Feuerwehren schon zu 54 Waldbränden ausgerückt.

Das trockene Gras verbunden mit Wind und den steigenden Temperaturen im Frühjahr führte auch 2015 wieder zu einigen sehr frühen Waldbodenbränden. Die wiederholten Hitzeperioden im Sommer mit Temperaturen nahe der 40 Grad Marke haben Förster im ganzen Land in Alarmbereitschaft versetzt.

Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming mit den meisten Bränden

Allein 54 Waldbrände ereigneten sich im Landkreis Dahme-Spreewald. Großalarm gab es für die Feuerwehren am ersten Juni-Wochenende 2015, wo allein im Raum Halbe/Märkisch-Buchholz 13 Feuer wüteten und die Einsatzkräfte forderten. Im Landkreis Teltow-Fläming wurden 40 Waldbrände registriert. Der Süden von Brandenburg ist durch die großen Kieferngebiete und die trockenen Sandböden besonders waldbrandgefährdet. In diesem Jahr war das Brandgeschehen in der Lausitz jedoch eher durchschnittlich. Im Landkreis Oberhavel trieb ein Brandstifter sein Unwesen. Bei insgesamt 18 Bränden wurde als Ursache Brandstiftung vermutet. Davon betroffen war eine Waldfläche von rund 6 Hektar.

Neben den Waldbränden kam es auch zu zahlreichen Ödland-, Wiesen- und Feldbrände, die in der Waldbrandstatistik nicht erfasst werden.

Altmunition in Brandenburgs Wäldern erschwert die Löscharbeiten

Immer wieder kommt es in Waldgebieten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen durch alte Munition zu Bränden. Bereits bei Temperaturen über 20 Grad kann es zur Entzündung von phosphorhaltiger Munition kommen, die im Laufe der Jahre durchgerostet ist. So entstehen, wie auch in diesem Jahr, zahlreiche Brände inmitten großer geschlossener Waldgebiete.

Durch das Feuer kommt es dann zu weiteren Detonationen von Altmunition, die im Waldboden noch liegen. Die Feuerwehren können oft nur vom Rand aus das Feuer bekämpfen. In solchen Fällen wird es immer wieder auch zu größeren Brandflächen kommen.

Waldbrand-Früherkennung

Mit 108 Kamera-Systemen gewährleistet der Landesbetrieb Forst Brandenburg eine flächendeckende Überwachung der 1,1 Millionen Hektar Wald aller Eigentumsarten und Waldbesitzer bei Waldbrandgefahr. Die Bilder der Kameras laufen in 6 Waldbrandzentralen und werden von speziell geschulten Forstmitarbeitern ausgewertet. Steigt irgendwo über den Baumwipfeln Rauch auf, erkennen die Sensoren die Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 20 Kilometern. Sobald mehrere Kameras die Rauchwolken erfasst haben, wird automatisch der Brandherd ermittelt. Nur wenige Sekunden vergehen von der Erkennung des Rauches bis zur Alarmierung der Feuerwehrleitstelle.

Aktuelle Waldbrandgefahr im Internet

Immer um Mitternacht wird nach Landkreisen getrennt für den Folgetag, die Waldbrandgefahrenstufe im Internet des Landwirtschaftsministeriums bekanntgeben. Die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe wird vom Deutschen Wetterdienst auf der Grundlage von Wetter- und Vegetationsdaten ermittelt. Die Wettervorhersage macht es hin und wieder schwierig die richtige Gefahrenstufe vorherzusagen. Da die Luftfeuchte ein wesentlicher Faktor ist, der die Gefahrenstufe beeinflusst, kommt es schon bei geringfügigen Änderungen auch zu einer Veränderung der Waldbrandgefahrenstufe.

Klimawandel wird Waldbrandgefahr in Brandenburg weiter ansteigen lassen

Den Angaben des Deutschen Wetterdienstes zur Folge wird 2015 als ein extremes Trockenjahr in die Statistik eingehen. Die ausbleibenden Niederschläge und die extrem hohen Temperaturen an einigen Tagen in der Mark sind für die Förster ein klares Anzeichen dafür, dass der Klimawandel auch in Brandenburg langsam voranschreitet. Mit der zunehmenden Trockenheit wird auch die Waldbrandgefahr weiter ansteigen, sind sich die Forst- und Umweltexperten sicher.

Quelle: mlul.brandenburg.de

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