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Zurück am Boden: Kampagne zum Schutz von Eichen- und Kiefernwäldern erfolgreich beendet

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Zurück am Boden: Kampagne zum Schutz von Eichen- und Kiefernwäldern erfolgreich beendet

(BUP) Die Pflanzen-Schutz-Maßnahmen des Landesbetriebs Forst Brandenburg (LFB) zum Schutz der Eichen- und Kiefernwälder sind abgeschlossen. Die Witterung war größtenteils optimal für die Hubschraubereinsätze gegen Eichen- und Kiefernschädlinge. Dank der guten Vorbereitung durch den Landesbetrieb, der Partner in Kreisen und Kommunen, des Pflanzenschutzdienstes, der Hilfe vieler Waldbesitzer sowie dank der professionellen Arbeit der Hubschrauberfirmen zeigen erste Kontrollen, dass sowohl beim Eichenprozessionsspinner als auch bei Kieferspinner und Nonne eine Reduzierung der Schädlingsdichte erreicht werden konnte. In den betroffenen Waldgebieten wird in den kommenden Wochen durch die Aufnahme der Fraßschäden der Erfolg bewertet. Darüber hinaus sorgen die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners für schmerzhafte Hautrötungen und Allergien.

Eichenprozessionsspinner

Im Nordwesten Brandenburgs erfolgte auf 1.310 Hektar Waldfläche die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Durch wiederholte starke Fraßschäden bis zum Kahlfraß kommt es an Eichen immer wieder zum Absterben ganzer Bestände. Die gesundheitliche Belastung durch die Brennhaare der Raupen ist ein ernstzunehmendes Problem. Die Einschätzung der Fraßschäden im Sommer 2014 und die Untersuchungen zur Vitalität der Eier im letzten Winter hatten gezeigt, dass weiterhin mit hohen Raupendichten zu rechnen war. Gleichzeitig mit der Behandlung der Eichen im Wald wurde auf vielen Flächen im Siedlungs- und Waldrandbereich aus Gründen des Gesundheitsschutzes gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen. Diese Biozidmaßnahmen wurden durch die Landkreise und Kommunen durchgeführt.

Kiefernschadinsekten Nonne und Kiefernspinner

In den ausgedehnten Kiefernreinbeständen kommt es immer wieder zu Massenvermehrungen von Schadinsekten. Langfristig kann dieses Problem nur durch die Schaffung stabiler Mischbestände gelöst werden. In diesem Jahr musste gegen die Raupen der Nonne und Kiefernspinner auf insgesamt 532 Hektar vorgegangen werden. Das entspricht einem Anteil von 0,07 Prozent der Kiefernbestände im Land. Die behandelte Fläche befand sich schwerpunktmäßig im südlichen Brandenburg. Im Auftrag der Waldbesitzer sicherte der LFB die Organisation und Durchführung der Befliegung ab.

Ein bewährtes Monitoringverfahren sorgt dafür, dass Massenvermehrungen rechtzeitig erkannt werden. So können rechtzeitig Gegenmaßnahmen zum Schutz der Waldbäume eingeleitet werden. Generell werden nur die Flächen beziehungsweise Bäume behandelt, wenn erhebliche Schädlingsdichten festgestellt wurden. Eine prophylaktische Behandlung findet nicht statt. Die Anwendung von Insektiziden ist das letzte Mittel, um die Bäume vor Kahlfraß zu schützen und damit das Absterben auch größerer Waldkomplexe zu verhindern. Durch den Einsatz eines Hubschraubers erfolgt die Ausbringung effektiv direkt in den Kronenraum der Bäume. Sensible Bereiche werden bei der Behandlung ausgenommen. Zu Gewässern und Siedlungsflächen werden Abstände eingehalten. Vor einer Behandlung von Wald in Schutzgebieten wägen die Naturschutzbehörden das Für und Wieder eines Pflanzenschutzmitteleinsatzes sehr genau ab. Die eingesetzten Pflanzenschutzmittel sind in der ausgebrachten Konzentration nicht toxisch für Bienen, Vögel oder Säugetiere.

Bakterienpräparat für Ökolandbau zugelassen

In den Eichenbeständen, die oft eine artenreiche Insektenfauna aufweisen, wurde das sehr selektiv wirkende Bakterienpräparat Dipel ES eingesetzt.

Es ist im Ökolandbau anwendbar und seit vielen Jahren ohne Probleme im Einsatz.

Es wirkt nur bei Raupen, die zum Zeitpunkt der Anwendung an den Blättern von Eichen fressen. Bereits innerhalb einer Woche verliert sich die Wirksamkeit dieses biologischen Präparats durch den Einfluss von UV-Licht, Regen und den Fortschritt des Blattaustriebs sehr schnell. Ein Kahlfraß hätte wesentlich länger Konsequenzen für die komplexe Lebensgemeinschaft in den Eichenkronen. Mit dem Verschwinden des Laubs wäre über Wochen und Monate die gesamte Nahrungskette unterbrochen. Sterben die Eichen ab, verlieren auch seltene und besonders geschützte Arten ihren Lebensraum.

In den Kiefernbeständen kamen als Pflanzenschutzmittel teilselektive Häutungshemmer oder ein Kontaktinsektizid zum Einsatz. Ausschlaggebend für die Wahl des Mittels ist die Vorschädigung der Waldbestände, die noch vorhandene Nadelmasse, Schädlingsart und Schädlingsdichte. Langjährige Untersuchungen belegen, dass auch für diese Mittel keine langfristigen Auswirkungen auf Organismen nachweisbar sind, die nicht Ziel der Bekämpfung sind. Kahlfraß hingegen führt auch in Kiefernwäldern zum Absterben von Bäumen und damit zu einer drastischen Veränderung des Lebensraums.

Bild: pixabay.com
Quelle: mlul.brandenburg.de

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