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Zwischenbericht informiert über Projekte im Nationalpark

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(BUP) Brandenburgs einziger Nationalpark, der Nationalpark Unteres Odertal, hat sich in den zwei Jahrzehnten seines Bestehens nach den Mühen der Anfänge inzwischen zu einem Aushängeschild für Brandenburg profiliert. Das unterstreicht der jüngste Fortschrittsbericht zur Entwicklung des Nationalparks, den Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger nach den Vorgaben des Nationalparkgesetzes in regelmäßigen Abständen dem Landtag vorlegt. Der aktuelle Bericht ist heute Thema im Fachausschuss Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft.

Seit September 2014 ist der mit der Region einvernehmlich abgestimmte Nationalparkplan in Kraft, der den Rahmen für die Entwicklung des Großschutzgebiets in den nächsten Jahren vorgibt, erinnert Vogelsänger: „Die konsequente und fachlich anspruchsvolle Entwicklung des Nationalparks ist nur mit der gesamten Region möglich. Dies zeigt der Nationalparkplan, der von allen öffentlichen Behörden und Verwaltungen verbindlich zu beachten und umzusetzen ist.“ Die 25 Mitglieder des Nationalparkkuratoriums haben dem Plan einvernehmlich zugestimmt. Neben Vertretern des Naturschutzes sind in diesem Gremium auch Jäger, Förster, Landwirte, Angler, Kommunen und Landes- beziehungsweise Bundesministerien sowie Touristiker vertreten.

Ein Herkulesprojekt geht in die Schlussphase - das im Dezember 2000 für den Nationalpark Unteres Odertal angeordnete Unternehmensflurbereinigungsverfahren. Mit rund 1.800 Beteiligten und einer Fläche von knapp 20.000 Hektar ist es das größte Bodenordnungsverfahren Deutschlands. Nach der Mitte 2013 erfolgten vorläufigen Besitzeinweisung sind die Eigentums- und Nutzungsverhältnisse zwischen dem Nationalpark und den anderen Landeigentümern in der Region so sortiert worden, dass Flächen im Kern des Nationalparks aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen werden und geschlossene Schutzgebiete entstehen können. Am Ende wird der Anteil der Wildnisgebiete von aktuell 21,6 Prozent (rund 2.250 Hektar) auf 50,1 Prozent (5.183 Hektar) steigen und so das vom Gesetzgeber gesteckte Ziel erreichen. Mit dem Abschluss des Verfahrens wird 2018 gerechnet.

Ein abgestimmtes Flutungsregime soll in den Poldern naturnahe Verhältnisse sicherstellen, wie sie für Auenlandschaften typisch sind. Bereits 2008 ist der Deich des Staffelder Polders an drei Stellen geöffnet worden. In den weiträumigen Überflutungsflächen hat sich inzwischen ein Kranichschlafplatz etabliert. In diesen Tagen verbringen hier etwa 4.000 Kraniche die Nacht. Im Zuge des oben erwähnten Bodenordnungsverfahrens ist 2014 der Schöpfwerksbetrieb im nördlichen Polder 10 eingestellt worden. Direkt vor der Beobachtungshütte „Seeschwalbe“ hat sich eine für Mitteleuropa einmalige Auenlandschaft entwickelt, in der so seltene Arten wie der Rothalstaucher, die Trauerseeschwalbe oder das Kleine Sumpfhuhn ein neues Zuhause gefunden haben.

In der Pflegezone wurden bereits lebensraumverbessernde Maßnahmen für Wachtelkönige und Orchideen erfolgreich umgesetzt.

Seit zwei Jahren setzt die Nationalparkverwaltung gezielt Feuer zur Pflege von Trockenrasen ein. Im Winter wird der Biomasseüberschuss durch Abflämmen beseitigt. Seltene Arten wie das Helmknabenkraut haben wieder genügend Licht und Wärme zum Wachsen. Auf den behandelten Flächen konnte eine deutliche Zunahme gefährdeter Trockenrasenarten verzeichnet werden.

Der einzige Auennationalpark Deutschlands hat sich auch zum Tourismusmagneten entwickelt. Jährlich kommen rund 160.000 naturinteressierte Besucher hierher. Im Nationalparkhaus in Criewen wurden 2014 rund 23.000 Besucher gezählt. Es gehört damit zu den am meisten frequentierten Umweltbildungseinrichtungen in Brandenburg. Die Nationalparkverwaltung hat mit den von ihr und vielen Partnern aus der Region organisierten „Singschwantagen“, „Kranichwochen“, der großen Fahrradtour „Tour de Natur“, dem Schwedter Nationalparklauf und der „Flussauenwoche“ offenbar genau den Nerv der Gäste getroffen. Mit einem deutsch-polnischen INTERREG-Projekt konnte die Nationalparkverwaltung die touristische Infrastruktur im Park nochmals deutlich verbessern. Besucher können inzwischen zwei große Beobachtungstürme nutzen, bekommen auf dreisprachigen Tafeln Informationen zur Region und können im neu gebauten NATURA-2000-Haus in Criewen den großen Nationalparkladen und das Wildnislabor nutzen.

Quelle: mlul.brandenburg.de

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