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Sicherungsarbeiten im Bereich Dorotheenstraße von der Treppe an der Schwankhalle bis zur Piepe zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger links der Weser

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(BUP) Im Bereich der Dorotheenstraße von der Treppe an der Schwankhalle bis hin zur Piepe müssen wegen der Deichsicherheit insgesamt neun Bäume gefällt werden. Die für den Hochwasserschutz im Land Bremen verantwortliche obere Wasserbehörde, der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, wird die Bäume kurzfristig entfernen lassen. Dazu Senator Joachim Lohse: "Es fällt uns außerordentlich schwer, diese wertvolle und markante Baumgruppe entfernen zu müssen. Aber sie gefährdet akut die Sicherheit des Deiches. Die Bürgerinnen und Bürger links der Weser dürfen nicht gefährdet werden." Lohse erklärte zudem, dass es sich um eine eigenständige Maßnahme zur Gefahrenabwehr handelt. "Das hat nichts mit dem Ausbau des Deiches an der sogenannten Stadtstrecke zu tun. Dazu befinden wir uns in einem konstruktiven Dialog mit Ortsamt und Beirat." Im Zuge dieser Planungen werde auch festgelegt, wie für die jetzt zu fällenden Bäume ein Ausgleich geschaffen werden solle.

Bäume im Deichkörper stellen generell eine besondere Gefahr für die Deichsicherheit dar, denn bei starkem Sturm kann der Deichboden durch Baumwurzeln aufgelockert werden, Wasser kann in den Deichkörper eindringen, die Deiche werden durch diesen Effekt instabil. Stürzt ein Baum um – ein Risiko, welches bei starken Stürmen nicht ausgeschlossen werden kann – dann entsteht im Bereich des Wurzelbereiches ein Loch im Deich in entsprechender Größe. Bei den jetzt zu fällenden Bäumen handelt es sich dabei um einen Wurzelradius von 2,5 Metern. Kippt solch ein Baum, kann ein Loch im Deich mit einem Durchmesser von fünf Metern und einer Tiefe von 2,5 Metern entstehen. Dadurch können Deiche ohne Vorankündigung teilweise oder vollständig zerstört werden. Fällt sogar eine ganze Baumgruppe, dann kann der Schaden noch deutlich größer werden.

Der Erfolg möglicher Gegenmaßnahmen in einer Extremsituation, wie sie eine sehr schwere Sturmflut darstellt, etwa durch Verfüllungen mit Sandsäcken, kann nicht sicher gewährleistet werden. Dazu Lohse: "Das haben wir 1962 bei der schweren Sturmflut in Norddeutschland erlebt. Und viele Bremerinnen und Bremer können sich sicherlich noch gut daran erinnern, wie die Weser im März 1981 zahlreiche Kleingärten auf dem Stadtwerder davongerissen hat…"
Aufgrund von Klimaveränderungen und Meeresspiegelanstieg ist das Risiko höherer Sturmfluten inzwischen zudem deutlich gewachsen. Dem haben die Länder Niedersachsen und Bremen durch die Festlegung von höheren Bemessungswasserständen im Generalplan Küstenschutz Rechnung getragen. Bremen erhöht inzwischen seine Deiche. Dort, wo Baumaßnahmen noch nicht so schnell in Angriff genommen werden können, müssen Risiken durch Unterhaltungsmaßnahmen im Interesse des Schutzes der Bremer Bevölkerung beseitigt werden.

Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass Untersuchungen zum Aufbau sowie zur Standsicherheit des Deichkörpers im Rahmen des Deichbauprojektes zur so genannten "Stadtstrecke" auch für den Bereich der Dorotheenstraße vorliegen. Diese Untersuchungen belegen, dass das vorhandene Deichprofil an dieser Stelle nur eine verminderte Standsicherheit aufweist, sodass es nicht verantwortet werden kann, den vorhandenen Baumbestand dort weiter zu tolerieren.

Verärgert zeigte sich Senator Joachim Lohse über den zuständigen Deichverband Links der Weser: "Diese Schwachstelle wurde bereits bei der gemeinsamen Deichschau im Mai 2014 als dringend zu beheben erkannt. Wir haben den Verband mehrfach schriftlich aufgefordert, seiner Sicherungspflicht nachzukommen und die Bäume zu entfernen. Jetzt sehen wir uns als oberste Aufsichtsbehörde gezwungen, selbst zu handeln, um die Sicherheit der Menschen in der Neustadt zu garantieren." Die jetzige Baumfällsaison endet am 28. Februar.

Verantwortlich: Hermann Kleen - Sprecher des Senats - Tel. (0421) 361 2396 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Jens Tittmann - Tel. +49 421 361-6012 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Redaktion: Werner Wick - Tel. (0421) 361 4102 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und
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