Durch CDU/SPD-Koalitionsvertrag droht Sachsen Flut neuer Windkraftanlagen / CDU und SPD sind die Interessen der Windkraftlobby wichtiger als der Schutz der Anwohner

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

(BUP) In Sachsen droht zukünftig ein massiver Zubau an Windkraftanlagen. Dies geht aus dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD hervor (ab Zeile 1350). Beide Parteien bekennen sich darin zu einem deutlichen Ausbau der Windkraft. Der bisher vorgesehene feste Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauung wird aufgegeben. Wörtlich heißt es dazu: „Starre Mindestregelungen für die Errichtung von Windkraftanlagen lehnen wir ab. Stattdessen streben wir flexible Regelungen an…“.  Bisher gilt in Sachsen durch einen ministeriellen Erlass ein Mindestabstandsgebot von 1.000 Metern. Dieser Erlass wird durch den Koalitionsvertrag genauso hinfällig wie eine geplante Gesetzesregelung, die das Zehnfache der Anlagenhöhe als Abstand zur Wohnbebauung vorsah („10H-Regelung“). Dazu erklärt Holger Zastrow, Landesvorsitzender der FDP Sachsen: 
„Die Kehrtwende von CDU und SPD bei der Windkraft ist ein Schlag ins Gesicht aller von Windkraftanlagen betroffenen Anwohner. Der neuen Koalition ist der Schutz von Anwohnern und einzigartigen Landschaften offenbar weniger Wert als die finanziellen Interessen der Windkraftlobby. Durch den Verzicht auf feste Mindestabstände zur Wohnbebauung sowie die direkte Übernahme der hohen Ausbauziele des Bundes für Erneuerbare Energien droht Sachsen ein massiver Zubau an Windkraftanlagen. Voraussichtlich reichen dafür nicht einmal die bisher in den Landkreisen geplanten ‚Vorrang- und Eignungsgebiete‘ zur Windkraftnutzung aus. 

Die ungebremste Zerspargelung kostbarer Landschaften mit hochsubventionierten Windrädern ist nicht nur ein Anschlag auf die Lebensqualität und touristische Attraktivität Sachsens, sie trägt auch zur weiteren Kostenbelastung sächsischer Haushalte bei. Denn die zusätzlichen Subventionen für die Einspeisung von Windstrom und den Netzausbau bezahlen allein die Verbraucher.

Im Übrigen kann die Windkraft im Gegensatz zu Gas, Kohle oder Biomasse keine zuverlässige Stromerzeugung garantieren. Für die unregelmäßige Stromeinspeisung der Windräder und die Sicherung der Netzstabilität bleibt eine konventionelle Energiereserve wie die Braunkohle notwendig.“

F.d.R.d.A.
Anne-Kathrin Rothe
Landesgeschäftsführerin
Tel. 0351 6557650
Quelle: fdp-sachsen.de

2 Kommentare

  • Sebastian Gläser

    Liebe Leute, es hat einen Grund, warum die FDP aus dem Bundestag und nun auch aus den Landtagen verschwindet. Mit ihrem neuen Markenkern "Energiewendeverhinderer" macht sich die Partei nicht sympatischer, sondern stülpt sich im Gegenteil, auch noch ein Dinosaurierimage über. Der Artikel polemisiert gnadenlos und ist darauf ausgerichtet, beim uninformierten Leser eine Dumpfe Angst vor einer sauberen Technologie zu erzeugen, die sich weder umweltpolitisch noch ökonomisch rechtfertigen lässt. Das Gelingen der Energiewende wird nicht in Sachen entschieden, sondern ist längst bundespolitische Realität. Sachsen droht durch eine Haltung, wie in ihrem Artikel gefordert, lediglich, den Anschluss weiter zu verpassen. Das was Sachsen nicht selbst an erneuerbaren Energien dazubaut, wird dankend von den anderen Bundesländern ausgefüllt mitsamt den erheblichen Steuereinnahmen für die dortigen Gemeinden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute in Sachen es befüworten, zukünftige Arbeitgeber und Investoren durch halbgare Argumente abzuweisen und stattdessen auf eine Dinosaueriertechnologie zu setzen, die nicht mal der alte Eigentümer - wohlgemerkt ein Energiekonzern - mehr haben will.

    Sebastian Gläser Freitag, 31. Oktober 2014 11:24 Kommentar-Link
  • AbhängigVomWetterIstNichtDieLösung

    Man müsste die Politiker auch in Abhängigkeit von der Windstärke bezahlen. Dann müssten die sich bald nach einer Arbeit umsehen die Wetterunabhängig den Lohn zahlt, weil die Versorgungssicherhet der Familie auf dem Spiel steht.

    AbhängigVomWetterIstNichtDieLösung Donnerstag, 30. Oktober 2014 23:42 Kommentar-Link

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesUmweltPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.