Unsachgemäßer Pestizideinsatz - GRÜNE: Freistaat muss geschädigten Ökobauern unterstützen

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(BUP) Günther: Vorfall aufklären - es kann nicht sein, dass Landwirte ohne Fachkenntnis hochgiftige Substanzen versprühen. Durch dem unsachgemäßen Einsatz hochgiftiger Pestizide auf den Nachbarfeldern des Biohofes Mahlitzsch bei Nossen wurde ein Teil der ökologisch bewirtschafteten Gemüseflächen des Hofes geschädigt. Dem Biobauern drohen nun finanzielle Einbußen von rund 250.000 Euro, weil der Nachbar offenbar gesetzliche Bestimmungen zu Abständen und Windgeschwindigkeiten nicht eingehalten hatte.
 
Der neue landwirtschaftspolitische Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, Wolfram Günther, ist entsetzt - nicht nur über den Vorfall selbst, sondern auch über das Verhalten der sächsischen Verwaltung: "Seit zwei Tagen versuche ich, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen, um zu erfahren, was der Freistaat in diesem Fall tun wird. Doch offenbar möchte sich niemand äußern. Egal, ob im Landesamt für Umwelt und Geologie oder im Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft - entweder werde ich 'weitergereicht' oder es geht niemand ans Telefon. Ich habe den Verdacht, dass der Vorfall totgeschwiegen werden soll. Leidtragender ist der Biohof Mahlitzsch, der auf seiner Ware sitzen bleibt."
 
Günther fordert die Staatsregierung auf, unverzüglich mit dem betroffenen Betrieb Kontakt aufzunehmen und auszuloten, wie der Freistaat den Ökobauern unterstützen kann. Außerdem müsse der Vorfall restlos aufgeklärt werden: "Wie kann es sein, dass ein Landwirt hochgiftige Substanzen versprüht, obwohl er scheinbar gar nicht weiß, was er dabei zu beachten hat? Eigentlich soll ein Sachkundenachweis sicherstellen, dass so etwas nicht passieren kann. Hier wird deutlich, dass die bisherigen Bestimmungen nicht ausreichen."
 
"Pestizide zählen zu den gefährlichsten Umweltgiften der Welt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert deshalb, die Erforschung und Entwicklung von Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz in Sachsen endlich voranzubringen und das notwendige Geld dafür bereitzustellen. Außerdem muss sich Sachsen endlich zum Ökolandbau als Vorbild für ein Landbewirtschaftungssystem bekennen, das durch den Verzicht auf Pestizide Maßstäbe für den Schutz von Wasser, Boden und Artenvielfalt setzt. Bio-Produkte sind die verbraucher- und umweltfreundliche Alternative."

Anne Vetter, stellv. Pressesprecherin
Tel. 0351-493 48 14
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