Siegesmund: Wilde Wälder dienen der Artenvielfalt / Umweltministerin wirbt beim 8. Nationalen Forum zur Biologischen Vielfalt in Berlin für mehr Waldwildnis

Siegesmund: Wilde Wälder dienen der Artenvielfalt / Umweltministerin wirbt beim 8. Nationalen Forum zur Biologischen Vielfalt in Berlin für mehr Waldwildnis Anja Siegesmund - anja-siegesmund.de
(BUP) Umweltministerin Anja Siegesmund hat heute beim 8. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt erneut für mehr Waldwildnis in Thüringen geworben. „Wälder schützen unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Wo sich Wälder ohne Einfluss durch den Menschen entwickeln können, entstehen neue Lebensräume. Davon profitieren Pflanzen und Tiere, die in Wirtschaftswäldern keine Perspektive haben“ sagte Anja Siegesmund heute in Berlin bei einer Podiumsdiskussion mit Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Beim Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt des Bundesamtes für Naturschutz diskutieren Experten aus Naturschutz und Forstwirtschaft gemeinsame Wege für ein ausgewogenes Verhältnis von Waldnaturschutz und forstwirtschaftlicher Nutzung.  

In Thüringen sollen sich rund 26.200 Hektar Wald ohne forstwirtschaftliche Nutzung natürlich entwickeln. Gegenwärtig werden bereits rund 18.800 Hektar Waldfläche, darunter der Nationalpark Hainich, nicht mehr forstlich genutzt oder sind als Wildnisgebiet geplant.

Für die verbleibenden 7.400 Hektar des Thüringer Wildnisnetzes laufen derzeit abschließende Gespräche. Nach Plänen des Umweltministeriums soll beispielsweise rund um den Possen ein weiteres Wildnisgebiet entstehen. „Der Possen ist ein herausragender Wildniskandidat. Gerade großflächige Wälder haben einen hohen Stellenwert für den Naturschutz“ so Ministerin Siegesmund. Ein Naturwald Possen wäre wichtiger Knotenpunkt im Thüringer Wildnisnetz zwischen Kyffhäuser und Thüringer Schiefergebirge.
Die Nationale Biodiversitätsstrategie des Bundes sieht vor, bis zum Jahr 2020 den Anteil der Wälder mit natürlicher Entwicklung auf 5 Prozent der Waldfläche zu steigern.

Thüringer Urwaldpfad soll Wildnis erlebbar machen

In den nächsten Jahren soll ein Thüringer Urwaldpfad entstehen, der die Schutzgebiete über 500 km quer durch Thüringen entlang bestehender Wanderwege verknüpft. Das Projekt „Urwälder von morgen“ wird vom WWF Deutschland realisiert und vom Thüringer Umweltministerium gefördert.

„Wir wollen Wildnis für Naturliebhaber aktiv erlebbar machen. Gezielte Informations- und Bildungsangebote sollen die Menschen in den naturnahen Wald locken“, erläutert Ministerin Siegesmund die Pläne.

Die Schutzgebietsflächen sollen zukünftig auch die Regionalentwicklung im ländlichen Raum stärken.

Hintergrund

Die Thüringer Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, mindestens 5 Prozent der Thüringer Wälder ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Bis zum Jahr 2020 sollen rund 26.200 Hektar Waldfläche aus der forstlichen Nutzung genommen werden. Bislang wurden rund 18.800 Hektar aus der Nutzung genommen oder sind konzeptionell untersetzt. Thüringen leistet damit seinen Beitrag zur Nationalen Biodiversitätsstrategie.

Quelle: tmuen.thueringen.de